Nachsaat im Juli: Hände pflanzen einen jungen Gemüsesetzling in die Erde.
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Nachsaat im Juli: Gemüse für die reiche Herbsternte

· 5 Min. Lesezeit

Wenn die ersten Erbsen geerntet und die frühen Salate verputzt sind, werden die ersten Beete in meinem Garten frei. Viele denken, das Gartenjahr neigt sich dem Ende zu. Ein Trugschluss. Der Juli ist für den erfahrenen Gärtner kein Monat zum Ausruhen, sondern die Zeit für die zweite Runde. Die Nachsaat im Juli ist der Schlüssel für eine Speisekammer, die auch im Herbst und Winter noch gut gefüllt ist.

Seit über 40 Jahren nutze ich diese Zeit, um für Nachschub zu sorgen. Die Bedingungen sind jetzt ganz anders als im Frühjahr. Man muss wissen, was man tut. Aber die Mühe lohnt sich, das verspreche ich Ihnen.

Nachsaat im Juli: Chance für eine späte Ernte

Warum ist der Juli so ein guter Zeitpunkt? Der Boden ist warm. Oft hat die Krume jetzt stabile 18 bis 22 Grad. Das ist eine Temperatur, bei der viele Samen förmlich explodieren. Was im April noch Wochen braucht, um aufzugehen, zeigt sich jetzt oft schon nach wenigen Tagen. Die Keimung läuft rasant ab. Das ist ein gewaltiger Vorteil.

Sie säen jetzt nicht mehr für den Hochsommer, sondern für die kühleren Tage. Sie pflanzen Gemüse, das mit kürzeren Tagen und den ersten kühlen Nächten gut zurechtkommt oder seinen Geschmack dadurch sogar noch verbessert. Stellen Sie sich vor, Sie holen im November noch frischen Grünkohl oder zarte Rote Bete aus dem eigenen Garten. Das ist der Lohn für die Arbeit im Juli.

Natürlich hat der Hochsommer auch seine Tücken. Die Hitze kann den jungen Keimlingen zusetzen und ohne Wasser geht gar nichts. Auch die Schädlinge sind jetzt besonders aktiv. Aber mit der richtigen Vorbereitung und den passenden Gemüsesorten bekommen Sie das in den Griff.

Optimale Beetvorbereitung und Wassermanagement

Ein Beet, das gerade erst abgeerntet wurde, ist ausgelaugt. Die Vorkultur hat Nährstoffe verbraucht. Bevor Sie also neu säen, müssen Sie dem Boden etwas zurückgeben. Lockern Sie die Erde tiefgründig mit einer Grabegabel, aber wenden Sie sie nicht. Die Bodenschichten sollen erhalten bleiben. Entfernen Sie alle Wurzelreste und Unkräuter sorgfältig.

Jetzt kommt der wichtigste Teil: die Nährstoffversorgung. Ich arbeite seit jeher mit reifem Kompost. Eine Schicht von zwei bis drei Zentimetern, oberflächlich eingeharkt, reicht für die meisten Nachsaaten aus. Das ist Nahrung und verbessert gleichzeitig die Wasserhaltekraft des Bodens. Wenn Sie gut verrotteten Stallmist haben, ist das für Starkzehrer wie Kohl natürlich noch besser.

Das zweite Gebot im Juli heißt Wasser. Ein Keimling, der einmal austrocknet, ist verloren. Da gibt es keine zweite Chance. Die Bodentemperaturen sind hoch, die Verdunstung ist enorm. Gießen Sie nicht oft und wenig, das fördert nur flache Wurzeln. Gießen Sie seltener, aber dafür durchdringend. Am besten früh am Morgen, dann kann das Wasser tief in die Erde sickern, bevor die Mittagssonne kommt. Der Boden sollte sich immer leicht feucht anfühlen, nicht nass und nicht staubtrocken. Eine dünne Mulchschicht aus Rasenschnitt oder angetrockneter Beinwellblättern hilft ungemein, die Feuchtigkeit in der Krume zu halten.

Kohlgewächse für Herbst und Winter erfolgreich anbauen

Haben Sie Appetit auf Brokkoli, Chinakohl oder den unverwüstlichen Grünkohl im Winter? Dann ist jetzt die Zeit zu handeln. Bei den meisten Kohlsorten rate ich im Juli aber von der Direktsaat ab. Greifen Sie lieber auf kräftige Jungpflanzen zurück. Warum? Die erste Wachstumsphase ist die heikelste. Die winzigen Keimlinge sind ein gefundenes Fressen für Erdflöhe. Und die Kohlfliege ist jetzt besonders aktiv. Mit vorgezogenen Jungpflanzen überspringen Sie diese gefährliche Phase und geben dem Gemüse einen entscheidenden Vorsprung.

Mein Favorit für die späte Ernte ist der Grünkohl. Bei uns in Oberschwaben kommt er erst richtig auf den Tisch, wenn der erste Frost drüber gegangen ist. Er braucht die Kälte für sein volles Aroma. Eine robuste Sorte verträgt Temperaturen bis zu minus 15 Grad. Das bedeutet, Sie können oft bis in den Januar hinein frisches, vitaminreiches Grünzeug ernten. Setzen Sie die Jungpflanzen mit einem Abstand von gut 50 Zentimetern. Er braucht Platz.

Auch Herbstbrokkoli oder Chinakohl lassen sich jetzt gut als Jungpflanzen setzen. Achten Sie auf einen nährstoffreichen Boden und eine gleichmäßige Wasserversorgung, damit die Köpfe schön fest werden.

Blatt- und Wurzelgemüse für die zweite Erntewelle

Nicht nur Kohl gedeiht jetzt prächtig. Bei Blatt- und Wurzelgemüse gibt es eine reiche Auswahl für die Nachsaat im Juli.

Eine Hand legt kleine Samen sorgfältig in eine Saatrille mit dunkler Erde.
Den Boden vor der Aussaat gut wässern. So werden die feinen Samen nicht weggeschwemmt.

Mangold ist eine Bank. Er ist robust, kommt mit der Hitze gut klar und liefert unermüdlich Nachschub. Sie säen ihn direkt ins Beet und können nach einigen Wochen anfangen zu ernten. Zupfen oder schneiden Sie immer nur die äußeren Blätter, das Herz der Pflanze muss stehen bleiben. So treibt er immer wieder neu durch und versorgt Sie bis zum ersten strengen Frost.

Rote Bete kann ebenfalls noch direkt gesät werden. Die Knollen, die sich jetzt entwickeln, werden vielleicht nicht mehr riesig, aber dafür besonders zart und aromatisch. Die kühleren Herbstnächte machen sie oft süßer. Säen Sie die Samen etwa zwei Zentimeter tief in lockere Erde. Und werfen Sie die Blätter nicht weg, die jungen Blätter schmecken wunderbar als Salatbeigabe.

Radieschen sind eine Sache für sich. Sie wachsen schnell, das ist ihr Vorteil. Aber in der prallen Julisonne neigen sie zum Schießen und werden holzig. Der Trick ist, sie im Halbschatten zu säen. Ein Platz hinter hohen Tomatenpflanzen oder Buschbohnen ist ideal. So bekommen sie genug Licht, aber nicht die volle Mittagshitze ab.

Eine Warnung muss ich aussprechen: Lassen Sie die Finger vom Feldsalat. Auch wenn die Samentüte etwas anderes verspricht. Im Juli gesät, wird er Ihnen bei der ersten Hitzewelle sofort in die Höhe schießen. Damit haben Sie keine Freude. Mit dem Feldsalat warten wir bis Mitte August, wenn die Tage schon wieder merklich kürzer werden.

Hülsenfrüchte und Spezialitäten für Spätentschlossene

Wer denkt, für Bohnen sei es zu spät, der irrt. Buschbohnen sind Sprinter im Gemüsegarten. Jetzt im Juli in den warmen Boden gelegt, können Sie oft schon nach sieben bis acht Wochen die erste Ernte einfahren. Sie brauchen kein Gerüst, wachsen kompakt und sind pflegeleicht. Legen Sie die Samen etwa drei Zentimeter tief in die Erde, halten Sie sie gut feucht, und Sie werden sehen, wie schnell es geht. Eine späte Aussaat von Buschbohnen liefert oft besonders zarte Schoten, weil sie in die kühlere, feuchtere Herbstzeit hineinreifen.

Eine weitere Möglichkeit ist Knollenfenchel. Er liebt die gleichmäßige Feuchtigkeit und die nicht mehr ganz so langen Tage im Spätsommer. Die Aussaat im Juli verhindert oft das vorzeitige Schießen. Achten Sie hier auf einen lockeren, tiefgründigen Boden und wässern Sie regelmäßig, sonst werden die Knollen zäh.

Pflegehinweise und Schädlingsprävention bei der Julisaat

Ihre Julisaat braucht etwas mehr Aufmerksamkeit als die Aussaat im Frühling. Die größte Herausforderung bleibt das Wasser. Kontrollieren Sie die Beete täglich. Sobald die ersten Keimlinge da sind, ist eine feine Brause besser als ein harter Wasserstrahl, der die zarten Pflänzchen umlegt.

Schädlinge sind im Hochsommer allgegenwärtig. Bei Kohlpflanzen hilft oft nur ein Kulturschutznetz, um den Kohlweißling von der Eiablage abzuhalten. Gegen Erdflöhe, die kleine Löcher in die Blätter von Radieschen und jungen Kohlpflanzen fressen, hilft es, den Boden ständig feucht und locker zu halten. Sie mögen keine Unruhe.

Sehen Sie die Arbeit im Juli als Investition. Eine Stunde im Garten jetzt erspart Ihnen den Gang zum Supermarkt im Herbst. Es gibt kaum etwas Schöneres, als im goldenen Oktober durch die Reihen zu gehen und zu sehen, was aus der Nachsaat im Juli geworden ist. Packen Sie es an. Ihr Garten wird es Ihnen danken.

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Quellen & Referenzen

Alle Angaben stützen sich auf die oben genannten Quellen. Dieser Text entstand KI-gestützt und wurde gegen diese Quellen geprüft; er ersetzt keine fachliche Beratung.

  1. Wissenschaft Nachsaat im Juli – Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)
  2. Behörde Nachsaat im Juli – Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG)
  3. Behörde Alle Markt & Preisinformationen : Landwirtschaftskammer Niedersachsen
  4. Behörde Der Saisonkalender
  5. Behörde Frühjahrskur für den Rasen - Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen (2019)