Gartenkalender Juli: Was jetzt zu tun ist
Der Juli ist der Monat der Fülle. Tomaten färben sich, Zucchini legen täglich zu, und auch die ersten Bohnen wollen laufend gepflückt werden. Gleichzeitig entscheidet sich jetzt, ob im September und Oktober noch etwas nachkommt.
Die wichtigste Frage im Juli lautet deshalb nicht nur: Was ist reif? Sondern auch: Welche Lücken fülle ich sofort wieder? Wer im Juli nur erntet, verschenkt Fläche. Wer jetzt nachsäht, isst bis weit in den Herbst.
Haupternte im Juli
Das ist jetzt zu ernten, täglich kontrollieren:
Das Dreigestirn der Sommerküche:
- Zucchini, Täglich ernten bei 15 bis 20 Zentimeter Länge. Wer eine Frucht übersieht und sie zum Riesenkürbis werden lässt, bremst die gesamte Pflanze. Ich habe Pflanzen erlebt, die nach einer einzigen übersehenen Riesenzucchini kaum noch neue Früchte angesetzt haben.
- Gurken, Freilandgurken liefern jetzt auf dem Höhepunkt. Auch hier: Täglich ernten. Gelbe, überreife Früchte sofort entfernen.
- Tomaten, Erste Sorten, besonders Cocktail- und Cherrytomaten, reifen ab Mitte Juli. Warten Sie, bis die Früchte vollständig ausgefärbt sind. Dann ist das Aroma am besten.
Weiteres Erntegut im Juli:
| Gemüse | Besonderheiten |
|---|---|
| Buschbohnen | Hülsen ernten, solange noch zart |
| Stangenbohnen | Laufende Ernte über Wochen |
| Kartoffeln (frühe Sorten) | Wenn Kraut abstirbt, nach Knollen tasten |
| Erbsen | Markerbsen jetzt nachreifen lassen für Trockenerbsen |
| Knoblauch | Abtrocknen lassen, dann einlagern |
| Zwiebeln | Bei umgefallenem Kraut ernten und einlagern |
| Blumenkohl | Sofort ernten, wenn Köpfe kompakt sind |
| Brokkoli | Seitensprosse nach dem Hauptkopf weiter ernten |
Was Sie im Juli noch säen können
Das Wichtigste im Juli für den Herbstgarten ist die Nachsaat. Viele freie Stellen entstehen jetzt nach Erbsen, frühen Kartoffeln oder abgeerntetem Salat. Diese Flächen sollten nicht blank liegen bleiben.
Für die zweite Saisonhälfte haben sich in meiner Gärtnerei vor allem zügige, sichere Kulturen bewährt:
- Buschbohnen: Bis Mitte Juli oft noch möglich, wenn der Boden warm bleibt und Sie regelmäßig gießen.
- Endivien: Aussaat Anfang bis Mitte Juli, Auspflanzen im August.
- Chinakohl: Ab Mitte Juli direkt ins Beet oder besser als Jungpflanze setzen.
- Radicchio: Jetzt säen für Herbst- und frühe Winterernte.
- Fenchel: Ein guter Satz für die Herbsternte, wenn die Saat gleichmäßig feucht bleibt.
- Feldsalat: Ab der letzten Juliwoche für Herbst und Winter.
- Spinat: Ende Juli bis Anfang August für eine sichere Herbsternte.
- Pak Choi: Schnellwüchsig, aber nur bei gleichmäßiger Feuchte.
Für Herbstkulturen gilt die einfache Rückwärtsregel: Rechnen Sie vom gewünschten Erntetermin zurück. Chinakohl braucht meist 8 bis 10 Wochen, Fenchel etwa 10 bis 12 Wochen, Feldsalat deutlich weniger. Wer Anfang Oktober ernten möchte, darf also nicht erst Mitte August anfangen.
Freie Beete im Juli richtig wiederbelegen
Ein abgeerntetes Beet braucht keinen langen Leerlauf. Es braucht eine saubere Übergabe. Ich gehe dabei immer in derselben Reihenfolge vor:
- Erntereste und kranke Blätter vollständig entfernen.
- Die Krume flach lockern, nicht umgraben.
- Zwei bis drei Liter reifen Kompost pro Quadratmeter einarbeiten.
- Saatrillen vor der Aussaat gut wässern und nach dem Säen mulchen oder schattieren.
Gerade im Juli scheitert Nachsaat selten an der Kultur selbst. Sie scheitert an trockenen Saatrillen. Wer nur oben drüber gießt, hat zwei Tage später wieder Staub. Besser ist eine tief durchfeuchtete Reihe, in die Sie säen und die Sie in den ersten Tagen konsequent feucht halten. Mehr dazu finden Sie auch in Gemüsebeet vorbereiten für den Sommer.
Kranke Blätter und Pflanzen entfernen
Im Juli zeigen sich typische Krankheitsbilder. Wer früh handelt, rettet die Ernte. Wer wartet, verliert sie.
Krautfäule an Tomaten: Braune Flecken auf Blättern und Stielen, die sich schnell ausbreiten. Befallene Blätter sofort entfernen und nicht kompostieren, auf dem Komposthaufen überlebt der Erreger. Gesunde Blätter mit Schachtelhalmbrühe behandeln.
Echter Mehltau an Zucchini und Gurken: Weißer, mehliger Belag auf den Blättern. Befallene Blätter entfernen. Eine Spritzung mit verdünnter Molke (1 Teil Molke, 9 Teile Wasser) kann den Fortschritt bremsen, kein Wunder, aber es hilft.
Falscher Mehltau: Gelbliche Flecken auf der Blattoberseite, Sporenlager auf der Unterseite. Feuchtigkeit reduzieren, Pflanzen auslichten.
Blütenendfäule bei Tomaten: Faulende Stellen am Blütenende der Frucht. Kein Schädling, sondern Kalziummangel in Verbindung mit unregelmäßiger Wasserversorgung. Gleichmäßig gießen, Mulchschicht auftragen.
Mulchen, jetzt besonders wichtig
Im Hochsommer verdunstet viel Wasser. Eine dicke Mulchschicht von 8 bis 10 Zentimetern aus Stroh, Rasenschnitt oder Holzhäckseln schützt die Bodenfeuchtigkeit, schützt die Bodenorganismen vor Überhitzung und unterdrückt Unkraut. Dreifacher Nutzen, eine Arbeit.
Rasenschnitt immer in dünnen Schichten auftragen und antrocknen lassen, bevor die nächste Lage kommt. Dicke, frische Schichten faulen und ziehen Schnecken an.
Wasserversorgung in der Hitze
Bei langen Trockenphasen im Juli:
- Morgens gießen, bis 9 Uhr, damit Blätter tagsüber trocknen.
- Tief gießen, lieber zweimal pro Woche ausgiebig als täglich oberflächlich.
- Bodenprobe machen, Finger 5 Zentimeter tief in die Erde: wenn trocken, dann gießen.
- Tröpfchenbewässerung nutzen, spart erheblich Wasser gegenüber dem Gartenschlauch.
- Regenwasser bevorzugen, kein Kalk, richtige Temperatur für die Pflanzen.
Häufige Fragen zum Juli-Garten
Meine Zucchini-Pflanze trägt viele Früchte, aber sie bleiben klein und fallen ab. Was fehlt? Das deutet auf Bestäubungsprobleme hin. Zucchini haben getrennte männliche und weibliche Blüten. Wenn zu wenig Bienen im Garten sind, werden weibliche Blüten nicht bestäubt und die junge Frucht fällt ab. Morgens die männliche Blüte (am langen Stiel) abnehmen und mit dem Pollen die weibliche Blüte (mit kleiner Zucchini am Ende) manuell bestäuben.
Wann sind Kartoffeln erntereif? Bei Frühkartoffeln: wenn die Krautblätter vergilben und einige absterben. Bei späteren Sorten warten, bis das gesamte Kraut abgestorben ist. Stechen Sie einen Damm probeweise auf und schauen Sie sich die Knollen an. Wenn sich die Schale beim Reiben nicht mehr ablöst, sind sie reif.
Was kann ich im Juli noch säen? Vor allem Buschbohnen, Endivien, Chinakohl, Radicchio, Fenchel, Spinat und ab Monatsende Feldsalat. Entscheidend ist nicht nur die Kultur, sondern die Feuchte im Saatbett.
Kann ich abgeerntete Beete im Juli sofort für Herbstkulturen nutzen? Ja, aber eine kurze Bodenruhe einplanen. Nach dem Entfernen der Erntereste etwas reifen Kompost einarbeiten und eine Woche ruhen lassen. Dann sind die Bedingungen für Nachkulturen optimal.
