Gartenkalender

Ein Gartenkalender beantwortet die wichtigste Frage jedes Gemüsegärtners: Was muss ich wann tun? Von der Voranzucht frostempfindlicher Kulturen wie Tomaten und Paprika ab Februar über die erste Direktsaat von Möhren und Spinat im März bis zum Stecken von Knoblauch im Oktober folgt jede Maßnahme einem natürlichen Rhythmus. Wer diesen Rhythmus kennt, erntet mehr und hat weniger Arbeit. Beim Gemüsegarten-Ratgeber finden Sie für jeden Monat einen detaillierten Überblick: welche Gemüsesorten jetzt gesät, gepflanzt oder geerntet werden, welche Pflegemaßnahmen anstehen und worauf Sie besonders achten sollten. Wählen Sie den aktuellen Monat und starten Sie gut vorbereitet in die nächste Gartenarbeit.

Das Gartenjahr hat seinen eigenen Takt

Der Gemüsegarten folgt keinem starren Stundenplan. Jedes Jahr sieht etwas anders aus. Ein später Frost im April kann Wochen Arbeit zunichtemachen; ein trockener Juli erfordert tägliches Gießen, wo sonst eine Woche Pause möglich wäre. Trotzdem gibt es Ankerpunkte, die sich über Jahrzehnte bewährt haben.

In Oberschwaben, wo ich seit 40 Jahren gärtnere, richte ich mich an natürlichen Zeichen: Wenn die Forsythien blühen, dürfen die ersten frostunempfindlichen Gemüse raus. Wenn die Eiche austreibt, ist der Frost meistens vorbei. Solche Beobachtungen schärfen den Blick mehr als jede gedruckte Tabelle.

Jeder Monatsartikel enthält die wesentlichen Saat- und Pflanztermine, Hinweise zur Bodenbearbeitung und Düngung, Erntehinweise für reife Kulturen sowie Warnungen vor typischen Problemen des Monats. Lesen Sie den aktuellen Monat und schauen Sie gleichzeitig einen Monat voraus. So haben Sie immer einen Schritt Vorsprung.

Von Januar bis Dezember: Was Sie erwartet

Januar und Februar sind Planungsmonate. Legen Sie jetzt die Fruchtfolge für das kommende Jahr fest und bestellen Sie Saatgut, bevor beliebte Sorten vergriffen sind. Ab Ende Januar können Sie Chili und Paprika unter Kunstlicht vorziehen; diese Kulturen brauchen acht bis zehn Wochen Vorlauf. Ende Februar kommen Tomaten dazu.

März bis Mai bringen die erste Aufbruchstimmung. Die Krume wird lockerer, Spinat, Möhren und Erbsen dürfen als erste in die Erde. Im April folgen Salate und Zwiebeln, wenn der Boden tagsüber mindestens 8 Grad warm ist. Wer im März zu früh pflanzt, hat oft mehr Arbeit: Fröste kommen zurück, und man fängt von vorne an. Im Mai kommen die vorgezogenen Jungpflanzen raus, das Jäten beginnt, und die Bewässerung muss stimmen.

Juni bis August gehören der Ernte. Tomaten, Zucchini und Gurken wollen täglich geerntet werden. Wer zwei Tage wartet, findet Zucchini von Armeslänge und Gurken, die bitter schmecken. Gleichzeitig lohnen sich zweite Aussaaten für den Herbst: Feldsalat, Spinat und Kohlrabi sind jetzt noch möglich.

September bis Dezember füllen die Vorratskammer. Kürbis, Kartoffeln und Rote Bete kommen ins Lager. Im Oktober stecken Sie Knoblauch für das nächste Jahr; 4 bis 6 Zentimeter tief, mehr nicht. November und Dezember gehören der Ruhe und dem Rückblick. Was dieses Jahr nicht funktioniert hat, notieren Sie jetzt. Im nächsten Februar wissen Sie noch, was zu ändern ist.

Mehr als die zwölf Monate

Neben den Monatsartikeln finden Sie im Gartenkalender drei Themenkapitel, die das ganze Gartenjahr begleiten.

Die Fruchtfolge im Gemüsegarten erklärt, warum Sie nicht jedes Jahr dieselbe Kultur an denselben Platz setzen sollten. Stickstoffzehrer wie Kohl und Stickstoffsammler wie Hülsenfrüchte wechseln sich ab; das hält den Boden gesund und reduziert den Krankheitsdruck erheblich. Wer die Fruchtfolge einhält, hat auf lange Sicht deutlich weniger Probleme mit Schädlingen und Bodenermüdung.

Nützlinge fördern zeigt, wie Marienkäfer, Schlupfwespen und Laufkäfer Ihnen Arbeit abnehmen. Wer diese Helfer im Garten hat, braucht weniger Eingriffe. Das fängt schon damit an, keine kahlen Beete zu haben: Blühstreifen und Strukturelemente bieten Unterschlupf.

Erdbeeren pflegen und düngen ist ein jahreszeitlicher Leitfaden für alle, die im Beet oder im Topf Erdbeeren ziehen: Frühjahrsschnitt, Düngung zur Blütezeit, Ausläufer entfernen nach der Ernte.

Führen Sie ein Gartentagebuch

Notieren Sie, wann Sie was gesät haben, wann der erste Frost kam, wann die Tomaten reif wurden. Nach zwei oder drei Jahren haben Sie einen persönlichen Gartenkalender, der präziser ist als jede gedruckte Tabelle. Ihre Ecke, Ihr Boden, Ihr Klima. Das kann kein allgemeiner Kalender abbilden. Unsere Monatsartikel geben den Rahmen; Ihre eigenen Beobachtungen füllen ihn mit Leben.

Ein einfaches Notizbuch reicht. Datum, Maßnahme, Ergebnis. Drei Zeilen pro Eintrag genügen vollkommen.

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