Bunte Mangoldstiele in leuchtenden Farben im Gemüsegarten
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Mangold anbauen: das bunteste Gemüse im Beet

Mangold wächst fast von selbst, hält von April bis November und macht das Beet bunt. So gelingen Aussaat, Pflege und Dauerernte.

Mangold wird im Gartenjahr oft übersehen. Er landet gerne hinten in der Saatgutschublade, irgendwo zwischen dem Spinat, der so oft zu spät ausgesät wird, und dem Fenchel, mit dem viele Hobbygärtner nie richtig warm werden. Dabei wirken die leuchtend roten, gelben und orangefarbenen Stiele auf den ersten Blick fast zu bunt für ein Gemüse, eher wie eine Zierpflanze.

Wer ihn einmal angebaut hat, will meist nicht mehr darauf verzichten: Mangold verdient jedes Jahr einen festen Platz im Beet.

Was Mangold wirklich ist

Mangold ist eine Kulturform der Gemeinen Rübe (Beta vulgaris), genau wie die Rote Bete. Nur dass bei Mangold nicht die Wurzel geerntet wird, sondern die Blätter und die Stiele. Im Deutschen sagt man dazu auch Krautstiel, Blattrübe oder Schnittmangold, je nach Region. In der Schweiz heißt er Krautstiel, in Bayern manchmal Beißkohl, und in manchen alten Kochbüchern taucht er als Römischer Kohl auf.

Die Vielfalt macht ihn besonders. Es gibt Mangold mit weißen Stielen, roten, gelben, orangefarbenen, sogar pinken. Die Sorte “Bright Lights” mischt alles in einem Paket. Wenn fünf verschiedene Pflanzen nebeneinander stehen, sieht das Beet aus, als hätte jemand mit Buntstiften darin gemalt. Ein so bunt gemischtes Beet macht auch Kindern Spaß beim Ernten, das erleichtert oft das Mithelfen im Garten.

Besonders praktisch: Mangold wächst von April bis in den November hinein, manchmal sogar noch im Dezember. Ein Schnitt, und die Pflanze treibt nach. Kaum ein Gemüse ist so genügsam und so ergiebig. Er verträgt kurze Trockenphasen, kommt mit einfachem Gartenboden zurecht, und selbst eine vergessene Gießrunde bringt ihn nicht gleich um.

Für Familien mit wenig Zeit ist Mangold nahezu ideal.

Ab wann kann man aussäen?

Die Aussaat beginnt im April, sobald der Boden abgetrocknet ist und sich nicht mehr so kalt anfühlt wie feuchter Sand, in der Regel Anfang bis Mitte April. Wer früher beginnen möchte, kann schon ab März unter Glas oder im Frühbeet vorziehen.

Die Samen sind sogenannte Knäuel: In jedem Samenkorn stecken eigentlich mehrere Keimlinge. Das bedeutet, dass man nach dem Keimen auf Abstand vereinzeln muss. 25 bis 30 Zentimeter zwischen den Pflanzen, sonst kommen die Stiele nicht zur vollen Größe. Die ausgedünnten Jungpflanzen kann man übrigens essen, sie schmecken als Salatzutat wunderbar zart.

Tiefe der Aussaat: 2 bis 3 Zentimeter. Nicht tiefer, das verzögert nur die Keimung. Mangold keimt bei 10 bis 15 Grad Bodentemperatur zuverlässig, oft schon nach einer Woche. Bei kaltem Wetter dauert es manchmal zwei Wochen. Wer ungeduldig ist, kann die Samen vorher einige Stunden in lauwarmem Wasser einweichen.

Für eine zweite, herbstliche Ernte lohnt sich eine weitere Aussaat Anfang Juli. Diese Pflanzen wachsen dann bis zum ersten Frost durch und liefern oft die schönsten Stiele, weil das kühlere Wetter die Farben intensiviert.

Welcher Standort passt?

Mangold ist kein schwieriger Gast. Er wächst in der Mischkultur gut neben Tomaten, Kohlrabi oder Salat, braucht aber einen Platz mit Sonne oder Halbschatten. Im tiefen Schatten werden die Stiele dünn und blass, das Wachstum stockt.

Frische Mangoldblätter in Nahaufnahme, tiefes Grün
Junge Mangoldblätter kurz vor der ersten Ernte. Die Stiele werden mit der Zeit größer und kräftiger.

Boden: locker, nährstoffreich, nicht zu trocken. Vor der Aussaat ein bisschen Kompost einarbeiten, fertig. Extra Düngung ist meist nicht nötig, in einem gut gepflegten Beet reicht das. Als Mittelzehrer liegt er in der Mitte zwischen hungrigen Tomaten und genügsamen Kräutern.

Was er gar nicht mag: Staunässe. Wer ein Hochbeet hat, liegt mit Mangold goldrichtig. Die Drainage ist dort automatisch besser. Am Rand eines Hochbeets, zwischen Kohlrabi und ein paar Radieschen, hält sich eine Reihe Mangold gut. Sind die Radieschen längst abgeerntet, steht der Mangold oft immer noch.

Eine Sache zum Standortwechsel: Mangold gehört wie die Rote Bete zu den Gänsefußgewächsen. An derselben Stelle sollte er nicht zwei Jahre hintereinander wachsen, sonst steigt das Risiko für Blattfleckenkrankheiten. Drei-, vierjährige Fruchtfolge ist ideal. Gute Vorfrüchte für Mangold sind Hülsenfrüchte oder Kartoffeln.

Ernten, ohne die Pflanze zu ruinieren

Ein häufiger Anfängerfehler: alles auf einmal abschneiden und hoffen, dass es wieder austreibt. Das funktioniert nicht gut. Mangold mag es, wenn man von außen nach innen erntet.

Immer die äußeren, älteren Blätter und Stiele nehmen. Die inneren Blätter wachsen nach. Wenn man das beibehält, kann eine einzelne Pflanze mehrere Monate lang ernten. Manchmal bis zum Frost.

Wie groß sollten die Stiele sein, bevor man erntet? Als Faustregel gilt: Sobald ein Stiel so dick wie ein kleiner Finger ist, darf er kommen. Wer zu früh erntet, beraubt die Pflanze zu viel Blattmasse. Wer zu spät erntet, bekommt zähe, holzige Stiele, die kaum noch genießbar sind.

Gegen den Schneckenbefall, der bei jungen Mangoldpflanzen Anfang Mai häufig auftritt, helfen Schalen mit Kaffeesatz rund um die Jungpflanzen. Kaffeesatz gilt als mildes Hausmittel gegen den Befall, in Kombination mit anderen Maßnahmen wirkt er am besten.

In der Küche: Vielseitiger als gedacht

Die Stiele und die Blätter kocht man am besten getrennt, weil die Stiele deutlich länger brauchen. Die Blätter wie Spinat in Butter schwenken, mit Knoblauch, Salz, Pfeffer. Die Stiele kurz im Salzwasser blanchieren, dann in der Pfanne mit Olivenöl anrösten, bis sie leicht karamellisieren.

Bunter Mangold wird geerntet
Immer nur die äußeren Blätter ernten – dann wächst der Mangold nach.

Ein einfaches, schnelles Rezept: Mangoldstiele mit Parmesan überbacken. Gerade bei Kindern kommt das in der Familie oft gut an, weil der milde Käse den Eigengeschmack der Stiele abrundet.

Mangoldblätter lassen sich auch roh essen, wenn sie jung sind. In einem Sommersalat mit Pinienkernen und Feta sind junge Mangoldblätter eine unterschätzte Zutat. Wer Mangold zum ersten Mal anbaut, traut sich das meist nicht, aber es lohnt sich.

Frisch geernteter Mangold hält im Kühlschrank zwei bis drei Tage. In einem feuchten Küchentuch eingewickelt etwas länger. Wer mehr erntet als er verbraucht, friert ein: kurz blanchieren, gut ausdrücken, portionsweise in Gefrierbeuteln. Funktioniert genauso gut wie Gemüse einfrieren.

Wichtig zu wissen: Die bunten Stiele behalten ihre Farbe beim Kochen nicht vollständig. Das Rot bleibt einigermaßen erhalten, das Gelbe und Orange verblassen. Für Rohkost und kurz erhitzte Gerichte sieht Mangold deshalb am schönsten aus.

Mit welchen Sorten fange ich an?

Wer zum ersten Mal Mangold anbaut, ist mit einer Mischsorte gut beraten, etwa “Bright Lights” oder “Five Color Silverbeet”. Die verschiedenen Stielfarben machen die Orientierung im Beet leichter, weil sich so leicht erkennen lässt, welche Pflanze wie weit ist. Und schön sind sie. Wirklich schön.

Wer es klassisch mag, nimmt weißstieligen Mangold wie “Lucullus” oder “Fordhook Giant”. Die Stiele werden breiter und kräftiger als bei den bunten Sorten, und das Aroma ist etwas milder. Für die Küche, besonders für Gerichte, bei denen die Farbe keine Rolle spielt, sind diese Sorten oft ergiebiger.

Auch “Rhubarb Chard” ist einen Versuch wert: leuchtend rubinrote Stiele, dunkelgrüne Blätter. Sieht aus wie ein Rhabarberstock, schmeckt aber wie Mangold.

Einmal im Beet etabliert, gibt es meist kein Zurück mehr: Mangold gehört für viele Hobbygärtner fest zur jährlichen Aussaat im April.

Typische Probleme

Schnecken. Gerade bei Jungpflanzen ist das jedes Jahr aufs Neue ein Thema. Kaffeesatz auslegen, auf natürliche Schneckenbekämpfung setzen und in der ersten Woche nach dem Auspflanzen alte Plastikflaschen als Schutzmantel über die Pflanzen stülpen hilft. Sobald die Pflanze kräftiger ist, kann Mangold Schneckenfraß besser wegstecken.

Regenbogenmangold mit roten, gelben und weißen Stielen
Bunter Mangold ist auch ein Ziergemüse – ideal für den Sichtgarten.

Falscher Mehltau. Ein grau-violetter Belag auf der Blattunterseite, oft in feuchten Sommern. Hilft: befallene Blätter großzügig entfernen, für mehr Abstand zwischen den Pflanzen sorgen, nicht von oben gießen.

Schossen im ersten Jahr. Das passiert, wenn Mangold zu früh in ein kaltes Beet kommt und dann ein Kälteschock auftritt. Die Pflanze denkt, es war schon ein Winter, und will Samen bilden. Dagegen hilft: nicht zu früh auspflanzen oder ausreichend mit Vlies schützen. Schossende Pflanzen kann man noch essen, aber die Qualität lässt nach.

Blassgelbe Blätter. Meist ein Zeichen für Stickstoffmangel oder zu feuchten Boden. Etwas reifer Kompost oder Brennnesseljauche als Flüssigdünger helfen schnell.

Was noch kommt: Samen selbst gewinnen?

Im zweiten Jahr schießt Mangold und bildet Samen. Das bedeutet, die Pflanze überwintert und treibt im nächsten Frühjahr wieder aus, blüht, setzt Samen an. Den Samen selbst gewinnen ist bei Mangold gut möglich, allerdings kreuzen sich verschiedene Sorten untereinander, was bei Mischsorten wie “Bright Lights” zu unvorhergesehenen Farben führt. Manchmal sogar schönen.

Dafür einfach eine kräftige Pflanze im Herbst stehen lassen, mit Vlies schützen und im nächsten Sommer die Samenstände abernten, wenn sie trocken und braun sind. Die Samen halten bei trockener Lagerung 4 bis 5 Jahre.

Noch ein letzter Gedanke

Es gibt Gemüse, das einem das Gärtnern schmackhaft macht. Radieschen, weil sie so schnell sind. Tomaten, weil sie so intensiv schmecken. Und Mangold, weil er einfach schön anzuschauen ist und trotzdem nützlich bleibt. Die orangefarbenen Stiele erinnern dabei oft an bunt gefärbte Karotten, nur mit deutlich mehr Blattwerk obendrauf.

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