Spätwinterlicher Garten mit tauendem Schnee im Vorfrühling

Gartenkalender Februar – Die Aussaat beginnt

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Gartenkalender Februar: Was jetzt zu tun ist

Mitte Februar kommt meistens ein Tag, an dem die Sonne eine andere Qualität hat als im Januar. Nicht wärmer, aber heller. Die Tage sind spürbar länger. Der Gärtner wird unruhig.

Das ist die richtige Reaktion. Der Februar ist der Startmonat. Wer jetzt zu spät beginnt, läuft den ganzen Sommer hinter her. Wer jetzt die richtigen Dinge tut, hat im Mai einen Vorsprung, den er bis zur Ernte halten wird.

Tomaten und Paprika vorziehen

Tomaten säe ich ab Mitte Februar. Nicht früher. Wer Tomaten schon im Januar anzieht, hat im Mai überlange, geilgewachsene Jungpflanzen mit dünnen Stielen. Solche Pflanzen kommen draußen nicht in die Spur.

Ab dem 15. Februar ist es richtig. Anzuchterde in Töpfe oder Aussaatschalen füllen, leicht andrücken. Tomatensamen 0,5 bis 1 Zentimeter tief setzen, abdecken, anfeuchten. Keimtemperatur: 20 bis 24 Grad. Bei guter Wärme sind die ersten Keimlinge nach 7 bis 10 Tagen da.

Sobald die Keimlinge erschienen sind, sofort ans hellste Fenster. Tomaten, die zu wenig Licht bekommen, strecken sich. Der Stiel wird dünn, die Pflanze fällt um. Ein südliches Fenster oder eine Pflanzenlampe sind das Minimum.

Pikieren Sie, wenn das erste echte Blattpaar erschienen ist. Jede Pflanze kommt in einen eigenen Topf, 7 bis 9 Zentimeter Durchmesser. Dabei die Pflanze etwas tiefer setzen als sie gewachsen ist: Tomaten bilden an vergrabenen Stielen Wurzeln, das macht sie kräftiger.

Paprika, der im Januar noch nicht gesät wurde, muss spätestens Anfang Februar in die Anzucht. Die Keimbedingungen sind dieselben wie für Tomaten, aber Paprika verlangt noch etwas mehr Geduld beim Warten auf die ersten Triebe.

Jungpflanzenanzucht auf der Fensterbank im Februar
Die Fensterbank wird im Februar zur ersten Anzuchtstation des Jahres.

Frühbeet vorbereiten

Wer ein Frühbeet hat, füllt es jetzt auf. Das Frühbeet braucht frisches Material für die Eigenerwärmung.

Der klassische Aufbau: unterste Schicht frischer, unverrotteter Pferdemist, 30 bis 40 Zentimeter tief. Dieser Mist setzt beim Rotten Wärme frei, was als biologische Bodenheizung wirkt. Darüber kommt eine 15 bis 20 Zentimeter dicke Schicht guter Gartenerde mit reifem Kompost.

Wenn kein Pferdemist verfügbar ist, hilft elektrische Bodenheizung oder einfach ein Frühbeet ohne Heizung, nur mit Glasdeckel. Das reicht für kältetolerante Kulturen wie Salate und Spinat, nicht für Tomaten oder Paprika.

Das Frühbeet wird in der zweiten Februarhälfte bepflanzt: Salate, Radieschen, Schnittsalat, Spinat. Es braucht täglich Kontrolle, besonders bei Sonnenschein: An sonnigen Februartagen wird es im geschlossenen Frühbeet schnell zu heiß. Lüften ist Pflicht.

Erste Direktsaat unter Vlies

Wer früh starten will und kein Frühbeet hat, kann trotzdem erste Saaten wagen, wenn ein Gartenvlies zur Hand ist.

Feldsalat verträgt noch Temperaturen bis minus 10 Grad. Im Februar kann man ihn direkt säen, unter einem Vlies wächst er bei mildem Wetter zuverlässig weiter.

Spinat ist ebenfalls sehr frosthart. Säen Sie ihn Ende Februar, wenn der Boden bearbeitbar ist, also nicht gefroren oder wassergesättigt. Vlies drüberlegen, beschweren, fertig.

Radieschen unter Vlies ab Ende Februar bei uns in Oberschwaben, das geht. Die Keimung braucht etwas länger als im Frühjahr, aber die Radieschen werden durch die milde, feuchte Witterung besonders zart.

Wichtig: Vlies nicht straff spannen, locker drapieren, damit die Pflanzen Raum haben. An den Seiten mit Steinen oder Erdreich beschweren, damit es nicht wegfliegt.

Obstgehölze schneiden

Der Februar ist der beste Monat für den Obstbaumschnitt. Die Bäume sind noch kahl, man sieht das Kronengerüst genau. Frost ist weg oder zumindest selten, die Wunden heilen gut.

Der Grundsatz beim Obstschnitt: Lichter schneiden fördert Fruchtqualität. Ein zu dichter Baum bekommt Pilzkrankheiten. Die Äste in der Mitte brauchen Sonne und Luft.

Schneiden Sie zuerst alle kranken Äste heraus, dann kreuzende Äste (einer davon muss weg), dann Wasserreiser, das sind die senkrecht nach oben strebenden, kahlen Triebe. Danach alles, was die Leitäste zu stark beschattet.

Die Schnittstelle sollte glatt sein, kein Ausfransen. Verwenden Sie eine scharfe Säge oder scharfe Astschere. Stumpfes Werkzeug zerquetscht das Gewebe, die Wunde heilt schlechter.

Abschnitte, die krank waren, verbrennen oder in den Hausmüll. Schorfpilz und Feuerbrand überleben auf dem Kompost.

Bei Johannisbeeren und Stachelbeeren schneidet man alte, dunkle Äste heraus. Frisch zeigt sich das Holz hellgrün innen. Altes Holz ist dunkelbraun bis schwarz. Es bringt kaum noch Ertrag und soll raus.

Himbeeren: Alle Ruten, die letztes Jahr Früchte getragen haben, schneiden Sie bodennah ab. Sie erkennen sie daran, dass sie noch die vertrockneten Fruchtansätze tragen. Die neuen Ruten, die letzten Sommer frisch ausgetrieben sind, bleiben stehen.

Boden testen

Wer schon länger im gleichen Garten arbeitet und nie den Boden hat testen lassen, sollte das jetzt nachholen. Ein einfacher Bodentest aus dem Gartenfachhandel gibt Auskunft über pH-Wert, Stickstoff, Phosphor und Kalium.

pH-Wert ist der wichtigste Wert. Gemüse wächst am besten bei pH 6,5 bis 7,0. Ist der Boden zu sauer (pH unter 6), nehmen Pflanzen Nährstoffe schlechter auf, auch wenn genug davon im Boden ist. Abhilfe: kalk einarbeiten. Nicht zu viel auf einmal, maximal 150 Gramm Gartenkalk pro Quadratmeter.

Ist der Boden zu alkalisch (pH über 7,5), klagen besonders Heidelbeeren und Rhododendron. Aber auch Möhren und Kartoffeln mögen es nicht zu basisch. Abhilfe: Kompost einarbeiten, über die Jahre den pH-Wert senken.

Nehmen Sie Proben aus mehreren Beeten, nicht nur aus einem. Beete mit langem Komposteinbringen haben oft einen anderen pH als vernachlässigte Beete.

Kompost ausbringen

Was im November und Dezember fertig gereift ist, kann jetzt auf die Beete. Reifer Kompost riecht nach Erde, nicht nach Verwesung. Er ist dunkelbraun, krümelig, ohne erkennbare Pflanzenteile.

Verteilen Sie ihn flach auf den Beeten, 2 bis 3 Zentimeter reichen. Mehr ist kein Problem, aber auch kein Vorteil. Harken Sie ihn leicht ein, tief eingraben brauchen Sie ihn nicht: Die Regenwürmer erledigen das.

Beete, auf denen im Frühjahr Möhren, Pastinaken oder Rettich wachsen sollen, bekommen keinen frischen Kompost direkt vor der Aussaat. Diese Wurzelgemüse reagieren auf frischen Stickstoff mit gabeligen, haarigen Wurzeln. Lieber im Herbst davor düngen.

Stark zehrende Kulturen, also Kohl, Tomaten, Kürbis, bekommen die meiste Kompostgabe. Schwach zehrende wie Bohnen, Erbsen, Kräuter brauchen kaum Zugabe.

Februar-Checkliste

  • Tomaten ab Mitte Februar aussäen (20 bis 24 Grad Keimtemperatur)
  • Paprika wenn im Januar noch nicht geschehen, sofort aussäen
  • Keimlinge nach dem Aufgehen sofort ans Licht stellen
  • Frühbeet mit frischem Material befüllen und anlegen
  • Erste Direktsaat unter Vlies: Feldsalat, Spinat, Radieschen (ab Ende Februar)
  • Obstbäume schneiden: kranke Äste, Wasserreiser, Kreuzungen entfernen
  • Johannisbeeren und Stachelbeeren schneiden
  • Himbeeren: altes Fruchtholz entfernen
  • Bodenprobe nehmen, pH-Wert prüfen
  • Reifen Kompost auf Beete ausbringen und einharken
  • Bei Bedarf Gartenkalk einarbeiten (nach Bodentest)

Der Februar als Weichenmonat

Ich sage jungen Gärtnern oft: Was Sie im Februar falsch machen, sehen Sie erst im Juli. Und was Sie im Februar richtig machen, merken Sie bereits im Mai.

Die erste Anzucht auf der Fensterbank, ein kräftiger Obstbaumschnitt, der Boden, der früh gelockert und mit Kompost versorgt wird: Das sind keine spektakulären Handgriffe. Aber sie sind das Fundament der Saison.

Wer im Februar geordnet arbeitet, wer die Anzuchten im Blick behält und den Boden vorbereitet, hat spätestens im Juni die Nase vorn. Das lehrt die Erfahrung. Und die Erfahrung lügt nicht.