Gartenkalender Oktober: Was jetzt zu tun ist
Anfang Oktober hängen bei uns in Oberschwaben die ersten Nebel in den Tälern. Die Morgenstunden sind still, die Luft riecht nach feuchter Erde und abgeerntetem Stroh. Ich mag den Oktober. Er ist ehrlich. Was gut gewachsen ist, zeigt es jetzt. Was man versäumt hat, zeigt das auch.
Der Oktober ist der Monat der großen Ernte. Wer jetzt nicht tätig ist, riskiert, dass Frost oder Fäulnis ihm zuvorkommt. Arbeiten Sie zügig, aber ohne Hektik. Der Garten macht den Rhythmus vor.
Wintergemüse ernten und einlagern
Kohl steht jetzt auf vielen Beeten zur Ernte bereit. Weißkohl, Rotkohl und Wirsing lassen sich ernten, solange die Köpfe fest sind. Schneiden Sie mit einem scharfen Messer dicht am Boden. Weißkohl und Rotkohl lagern in einem kühlen, frostfreien Keller bei 0 bis 4 Grad mehrere Monate lang.
Wirsing ist frostfester als Weißkohl und kann noch in den November stehen. Ein leichter Frost schadet ihm nicht. Erst wenn es dauerhaft unter minus 5 Grad kalt wird, sollten die letzten Köpfe rein.
Rote Bete muss vor starkem Frost geerntet werden. Leichter Frost bis minus 3 Grad übersteht sie noch im Boden, aber die Knolle schrumpft und wird holzig bei Dauereis. Ernten Sie, bevor der erste echte Frost kommt. Drehen Sie die Blätter ab, nicht abschneiden: Beim Schneiden bluten die Knollen aus. Gelagert werden sie in leicht feuchtem Sand im Keller, bei 4 bis 8 Grad halten sie sich bis ins Frühjahr.
Pastinaken und Petersilienwurzel können und sollten im Boden überwintern. Frost verbessert ihren Geschmack, die Stärke wandelt sich in Zucker um. Markieren Sie die Reihen mit einem Stäbchen, damit Sie im Winter wissen, wo sie stehen.
Sellerie duldet kurze Fröste, muss aber vor Dauereis geholt werden. Der Knollensellerie lässt sich gut einmieten: Grabt man ihn aus und stellt die Knollen aufrecht in feuchten Sand, halten sie im Keller bis März.
Beete abräumen
Abgeerntete Sommerbeete räumt man jetzt ab. Alles, was gesund war, kommt auf den Kompost. Kranke Pflanzen, also Tomatenkraut mit Krautfäule, Kürbisranken mit Mehltau, gehören in den Hausmüll oder werden verbrannt. Nie in den Kompost.
Alte Tomatenstäbe und Bambusstecken putzen und trocken einlagern. Schnurwerk, das verklebt und morsch ist, wegwerfen. Was man jetzt nicht sortiert, ist im März ein unentwirrtes Chaos.
Ziehen Sie nach dem Abräumen das Unkraut, das sich unter dem Pflanzenwerk versteckt hat. Jetzt sieht man es erst. Vogelmiere und Hirtentäschel keimen noch im Herbst und überwintern als Rosetten. Wer sie jetzt zieht, hat im Frühjahr weniger Arbeit.
Mulchen
Freigeräumte Beete werden gemulcht. Das ist keine Kür, das ist Pflicht.
Gute Mulchmaterialien im Oktober: Laub (dünn aufgetragen, nicht zu dicht, sonst bleibt es nass und schimmelt), Rasenschnitt von der letzten Mahd, Stroh, Rindenmulch für Beete, die Sie nicht im Winter bespielen wollen.
Eine 5 bis 8 Zentimeter dicke Mulchschicht hält den Boden vor Erosion durch Herbstregen, schützt die Bodenlebewesen vor Frost und hält Unkrautkeime im Zaum. Im Frühjahr zieht man den Mulch zur Seite oder arbeitet ihn flach ein.
Kein frisches Gras auf Beeten mulchen, die direkt bepflanzt sind: Es verdichtet sich und bildet eine sauerstofffreie Schicht.
Knoblauch stecken
Oktober ist der beste Monat für Knoblauch. Nicht November, nicht März: Oktober. Gepflanzt im Oktober entwickelt der Knoblauch noch vor dem Frost ein ordentliches Wurzelwerk, das ihm im Frühjahr den entscheidenden Vorsprung gibt.
Zerlegen Sie die Knoblauchknolle in einzelne Zehen. Stecken Sie jede Zehe 5 bis 7 Zentimeter tief in den Boden, die Spitze nach oben, Abstand 15 Zentimeter in der Reihe, 25 Zentimeter zwischen den Reihen.
Nur die großen, festen Zehen stecken. Die kleinen inneren Zehen kommen in die Küche. Kleiner Knoblauch bringt kleine Köpfe, das lohnt den Platz nicht.
Ich bevorzuge Winterknoblauch-Sorten wie Thermidrome oder Messidrome. Sie sind robuster als Sommerknoblauch und liefern kräftigere Köpfe. Im Juli des nächsten Jahres sind sie erntereif.
Frostempfindliche Pflanzen schützen
Rosmarin, Salbei und Thymian vertragen kurze Fröste, aber Dauereis bei minus 10 Grad übersteht nur Thymian ohne Schaden. Rosmarin und Lorbeer in Kübeln kommen in den Keller oder ins Treppenhaus, wo es frostfrei bleibt.
Artischocken sind in unseren Breiten nicht ganz winterhart. Schneiden Sie das Laub auf 20 Zentimeter zurück und bedecken Sie die Pflanze mit einer dicken Schicht Laub oder Stroh. In milden Wintern überleben sie, in harten nicht.
Feigen in Kübeln müssen rein. Feigen an der Hauswand brauchen einen Schutz aus Fichtenreisig oder Jutesäcken, sobald Dauerfröste unter minus 8 Grad angekündigt werden.
Junges Beerenobst, das erst diesen Sommer gepflanzt wurde, sollte um die Basis mit Laub oder Rindenmulch geschützt werden. Das gilt besonders für Blaubeeren und Himbeeren.
Laub kompostieren und nutzen
Das Laub der Oktober-Bäume ist eine Ressource, kein Abfall. Trockenes Laub von Obstbäumen, Buchen und Birken ist ausgezeichnetes Kompostmaterial. Es sollte aber zerkleinert oder mit feuchtem Material gemischt werden, sonst bildet es eine kompakte, langsam rottende Schicht.
Nasses Buchenlaub, das zusammenklebt, verrottet kaum. Mischen Sie es mit grobem Material, Stroh oder Häckselmaterial, oder legen Sie es als eigenständigen Laubkomposter an. Der Laubkompost ist nach einem Jahr wertvolle Blatterde.
Achtung bei Walnusslaub: Es enthält Juglone, einen Stoff, der das Wachstum vieler Pflanzen hemmt. Walnusslaub nie direkt als Mulch auf Gemüsebeete, sondern separat kompostieren oder entsorgen.
Oktober-Checkliste
- Weißkohl, Rotkohl und Rote Bete ernten und einlagern
- Sellerie ausgraben, in feuchtem Sand einlagern
- Pastinaken und Petersilienwurzel im Boden belassen, markieren
- Alle Sommerbeete abräumen, Pflanzenreste auf Kompost
- Bambusstäbe und Tomatenstecken reinigen und einlagern
- Freie Beete mit 5 bis 8 cm Mulch abdecken
- Knoblauch stecken (bis Ende Oktober)
- Frostempfindliche Kübelpflanzen hereinholen
- Artischocken und Kletterfeigen abdecken
- Laub sammeln, für Kompost nutzen oder Laubhaufen anlegen
Was im Oktober nicht warten darf
Wenn ich in meiner Gärtnerei einen Monat nennen müsste, in dem Verzögerung am teuersten ist, dann ist es der Oktober. Ein unerwarteter Kälteeinbruch kann in einer einzigen Nacht die gesamte Rote Bete erfrieren lassen. Das Laub, das Sie jetzt nicht kompostieren, verfilzt auf dem Rasen und tötet das Gras darunter ab.
Stehen Sie morgens früh auf. Schauen Sie nach dem Wetterbericht. Arbeiten Sie, solange die Tage noch mild sind. Ende Oktober können die ersten Nachtfröste kommen, und dann wird es eng.
