Winterlicher Gemüsegarten mit Frost und Schnee auf den Beeten

Gartenkalender Januar – Vorfreude und Vorbereitung

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Gartenkalender Januar: Was jetzt zu tun ist

Der Januar ist der stillste Monat des Gartenjahres. Draußen liegt vielleicht Schnee, oder es regnet, oder es ist einfach grau und kalt. Viele Gärtner warten. Ich nicht.

Seit über 40 Jahren beginne ich im Januar mit der Arbeit. Nicht auf den Beeten, aber am Schreibtisch, an der Fensterbank, im Saatgutregal. Der Januar ist die Zeit, in der ein gutes Gartenjahr entsteht. Wer jetzt vorbereitet, erntet im Sommer reicher.

Erste Anzucht: Paprika und Chili

Das ist die wichtigste Gartenarbeit im Januar: Paprika und Chili müssen früh angesät werden. Früher als fast alle anderen Gemüse.

Warum so früh? Paprika und Chili haben eine lange Anzuchtzeit. Von der Aussaat bis zur pflanzfertigen Jungpflanze vergehen 10 bis 14 Wochen. Wer erst im März sät, hat im Mai schwache, kleine Pflanzen, die draußen kaum anwachsen. Wer im Januar sät, hat im Mai kräftige Jungpflanzen, die sofort in die Saison starten.

Saatgutkataloge und Gartenplanung am Tisch im Winter
Wer im Januar plant, sät im Frühjahr mit Bedacht.

Aussaat Paprika: Anzuchterde in Töpfe oder Aussaatschalen füllen. Erde leicht andrücken. Samen einzeln auf die Oberfläche legen, 1 Zentimeter tief andrücken. Nicht zu tief, Paprikasamen keimt lichtsensibel, er braucht Helligkeit nahe der Oberfläche.

Keimtemperatur: 22 bis 26 Grad. Das ist entscheidend. Auf einer normalen Fensterbank, die nur 18 bis 20 Grad hat, keimt Paprika schlecht oder gar nicht. Stellen Sie die Schalen über die Heizung, auf ein Anzuchtheizpad oder in einen geschlossenen Anzuchtkasten. Kontrollieren Sie täglich.

Keimzeit: 10 bis 21 Tage, je nach Sorte und Temperatur.

Aussaat Chili: Identisch wie Paprika, aber Chili keimt noch wärmeliebender. Schärfere Sorten aus Mexiko oder der Karibik brauchen teils 28 Grad, um gut zu keimen. Haben Sie Geduld. Manche seltenen Chili-Sorten keimen erst nach vier Wochen.

Wenn die Keimlinge erschienen sind, sofort ans Licht stellen. Wärme ist für die Keimung entscheidend. Licht ist für das Wachstum entscheidend. Wer zu wenig Licht bietet, bekommt lange, dünne Jungpflanzen, die beim Auspflanzen keinen Schuss haben.

Sobald die ersten echten Blätter erschienen sind, pikieren Sie in Einzeltöpfe. 7 bis 9 Zentimeter Topfdurchmesser reicht für die erste Runde. Im April werden sie in größere Töpfe umgetopft.

Anbauplan finalisieren

Wenn Sie im Dezember begonnen haben, Ihren Anbauplan zu zeichnen, finalisieren Sie ihn jetzt. Was noch offen ist, entscheiden Sie jetzt. Im Februar fangen die Anzuchten an, im März beginnt die Direktsaat. Dann ist keine Zeit mehr für grundlegende Planungsänderungen.

Fragen, die der Anbauplan beantworten muss:

Welche Kultur kommt in welches Beet? Haben Sie die Fruchtfolge berücksichtigt? Wer nach Kohl Kartoffeln setzt oder nach Tomaten Paprika, macht einen Fehler, auch wenn es im Einzelfall gut gehen kann. Auf Dauer schwächt das den Boden und fördert Krankheiten.

Wie viel Fläche braucht jede Kultur? Zucchini und Kürbis brauchen viel Platz, Radieschen und Salat wenig. Wer das nicht einplant, steht im Juli vor einem Dschungel und keinen Wegen mehr zwischen den Beeten.

Wann muss was vorgezogen werden? Schreiben Sie jeden Anzuchttermin auf. Tomaten Ende Februar, Paprika Januar, Salate Februar bis März, Gurken und Zucchini erst Mitte Mai. Das klingt einfach, aber ohne Kalender vergisst man es.

Saatgut sortieren

Nehmen Sie alle Saatguttüten heraus. Legen Sie sie nach Anzuchttermin sortiert hin. Alle Tüten, die im Januar angesagt sind: Stapel eins. Alle für Februar: Stapel zwei. Und so weiter.

Prüfen Sie das Verfallsdatum. Bei Zwiebeln und Petersilie gilt: Saatgut, das älter als zwei Jahre ist, machen Sie besser einen Keimtest. 10 Samen auf ein feuchtes Küchenpapier, bei Zimmertemperatur einige Tage liegen lassen. Wenn weniger als 6 von 10 keimen, kaufen Sie frisches Saatgut nach.

Tomatensamen, Paprikasamen und Kürbissamen halten deutlich länger. Ich habe Tomatensaatgut mit 8 Jahren Lagerung erfolgreich ausgekeimt. Aber die Keimrate sinkt. Mit frischem Saatgut läuft man auf der sicheren Seite.

Lagern Sie Saatgut kühl, dunkel und trocken. Eine Metalldose im kühlen Keller ist ideal. Keine Plastikdosen, die schwitzen. Kein feuchter Keller, der schimmelt.

Gartenjournal anlegen

Ich habe seit meinem 25. Lebensjahr ein Gartenjournal. Es ist kein schönes Buch mit Aquarellen darin. Es ist ein einfaches kariertes Heft, in das ich schreibe, was ich tue, was ich beobachte und was daraus wird.

Wer kein Gartenjournal führt, vergisst. Welche Tomatensorte hat letztes Jahr am besten funktioniert? Wann war die erste Erdbeere reif? Wann kam der erste Mehltau an den Gurken? Ich weiß die Antworten, weil ich sie aufgeschrieben habe.

Januar ist der beste Monat, um ein neues Heft anzufangen. Schreiben Sie als erstes die wichtigsten Erkenntnisse aus dem letzten Gartenjahr auf. Dann den Anbauplan. Dann die Aussaattermine. Das Journal begleitet Sie durch das Jahr.

Wintergemüse ernten

Draußen, sofern der Boden nicht gefroren ist, gibt es noch Winterernten.

Grünkohl hält bis Januar stand. Ernten Sie, wenn die Temperaturen über 0 Grad steigen und die Blätter aufgetaut sind. Nie in gefrorenem Zustand ernten, das beschädigt das Gewebe.

Feldsalat unter Vlies oder im Kaltgewächshaus liefert noch. Schneiden Sie behutsam, lassen Sie die Wurzeln und kleinen Herzen stehen.

Porree im Boden ist im Januar noch erntereif. Stellen Sie sicher, dass Sie wissen, wo er steht (Markierung im Herbst). Bei gefrorenem Boden müssen Sie warten.

Pastinaken sind jetzt auf dem Höhepunkt ihres Aromas. Graben Sie nur, was Sie brauchen, der Rest bleibt im Boden bis Februar oder März.

Kompost umsetzen bei frostfreien Tagen

Wenn der Boden nicht gefroren ist und die Temperaturen über 5 Grad liegen, können Sie den Kompost umsetzen. Das ist keine zwingende Aufgabe im Januar, aber wenn sich die Gelegenheit bietet, nutzen Sie sie.

Umsetzen bringt Sauerstoff in den Haufen und beschleunigt die Rotte. Reifer Kompost, der fertig ist, kann jetzt auf die Beete. Unfertige Teile bleiben auf dem Haufen oder wandern in die Mitte.

Bei gefrorenem Kompost lassen Sie die Mistgabel stecken. Warten Sie auf Tauwetter.

Januar-Checkliste

  • Paprika und Chili aussäen (Keimtemperatur 22 bis 26 Grad nötig)
  • Keimlinge nach dem Aufgehen sofort ans Licht stellen
  • Anbauplan mit allen Beetaufteilungen finalisieren
  • Aussaattermine für alle Kulturen in Kalender eintragen
  • Saatgut sortieren nach Anzuchttermin
  • Alte Saatguttüten auf Keimfähigkeit testen
  • Saatgut kühl und trocken lagern
  • Gartenjournal anlegen oder weiterführen
  • Grünkohl, Feldsalat, Porree und Pastinaken ernten (wenn möglich)
  • Kompost umsetzen bei frostfreien Tagen

Die Ungeduld der erfahrenen Gärtner

Ich kenne viele Gärtner, die im Januar kaum stillsitzen können. Diese Ungeduld ist gut, wenn man sie richtig kanalisiert. Falsch wäre, im Januar draußen im nassen Boden zu wühlen oder Anzuchten zu starten, die noch keinen Platz haben.

Richtig ist: Paprika ansetzen, planen, sortieren, lesen. Es gibt gute Gartenbücher. Kataloge der Saatguthäuser lesen sich im Januar wie Frühlingsversprechen. Lassen Sie sich davon inspirieren, aber bestellen Sie nicht zu viel.

Der Garten fängt im Kopf an. Und der Kopf hat im Januar alle Zeit der Welt.