Gemüsegarten mit Hochbeeten, jungen Pflänzchen in der Erde, Vliestunneln und älteren Gemüsepflanzen im Hintergrund
Gartenkalender 14 Min. Lesezeit 16 Quellen

Aussaatkalender 2027: Gemüse Monat für Monat säen

Der Aussaatkalender 2027 zeigt Monat für Monat, wann Sie Gemüse vorziehen, direkt säen und auspflanzen, mit Keimtemperaturen, Saattiefen und Abständen.

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Aussaatkalender 2027: So nutzen Sie ihn richtig

Ein Aussaatkalender ist kein Gesetz. Er ist eine Richtschnur, und die Natur schreibt den Rest dazu. Wer im Oktober 2026 schon für 2027 plant, hat einen klaren Vorteil: Saatgut ist bestellt, bevor die Auswahl dünn wird, und die Beete sind gedanklich verteilt, bevor der erste Frost kommt.

Den Kalender zum Nachschlagen finden Sie im interaktiven Aussaatkalender des Gemüsegarten-Ratgebers. Wählen Sie Ihr Bundesland oder geben Sie Ihre Postleitzahl ein, dann sehen Sie für 25 Gemüsearten die Zeiten fürs Vorziehen, die Direktsaat, das Auspflanzen und die Ernte. Als PDF lässt er sich kostenlos ausdrucken. Dieser Artikel erklärt, was hinter den Terminen steckt, Monat für Monat.

Gemüse lässt sich auf drei Wegen anbauen: durch Vorzucht im Haus, durch Direktaussaat ins Beet und durch Auspflanzen nach draußen. Jede Art hat ihren eigenen Zeitraum. Tomaten, Paprika und Aubergine brauchen das Vorziehen, Möhren, Radieschen und Erbsen gehören direkt in die Krume. Alles dazwischen entscheidet das Wetter.

Orientieren Sie sich deshalb an Bodentemperatur und Phänologie, nicht allein am Datum. Blüht die Forsythie, ist der Boden für die ersten Direktsaaten meist bereit. Stecken Sie die Hand in die Erde: Fühlt sie sich klamm und kalt an, warten Sie. Samen, die in kaltem Boden liegen, gehen schlecht auf oder faulen.

Die Tabelle gibt Ihnen den Überblick. In milden Weinbaulagen geht es oft früher los, in rauen Lagen später.

GemüseMethodeZeitraumHinweis
Paprika, ChiliVorziehenFebruarKeimung um 25 °C
TomatenVorziehenMärz6 bis 10 Wochen Anzucht
AubergineVorziehenab Mitte MärzKeimung bei 22 bis 25 °C
Radieschen, MöhrenDirektsaatab MärzFlach säen
Bohnen, Zucchini, KürbisDirektsaat oder Auspflanzennach den EisheiligenFrostempfindlich
Feldsalat, Spinat zum ÜberwinternDirektsaatAugust bis Mitte SeptemberErnte im Herbst, Winter und Frühjahr
KnoblauchZehen steckenSeptember bis OktoberSpitze nach oben, etwa 5 cm tief

Aussaat Januar und Februar: planen, prüfen, Paprika säen

Im Januar ruht der Garten, die Planung nicht. Jetzt ist Zeit, den Anbau zu planen und das Saatgut einzukaufen. Wer sich früh einen Überblick verschafft, versäumt keinen Saat- oder Pflanztermin. Wer Artischocken selbst ziehen möchte, kann ab Mitte Januar an einem hellen, warmen Platz aussäen. Bei 18 bis 20 °C gehen sie in zwei bis drei Wochen auf.

Im Februar prüfen Sie die Saatgutreste. Kühl und trocken gelagertes Saatgut aus dem Vorjahr lässt sich meist noch verwenden. Nur bei Schwarzwurzel, Pastinake und Wurzelpetersilie lohnt sich jedes Jahr frisches Saatgut. Bei Zweifeln hilft eine Probeaussaat mit genau abgezählten Körnern: Keimt wenig, säen Sie dichter.

Für Paprika und Chili ist der Februar der richtige Monat. Beide haben eine lange Anzuchtphase und sollen bis Mai zu kräftigen Jungpflanzen heranwachsen. Auberginen haben mehr Zeit: Die Bayerische Gartenakademie setzt ihre Anzucht erst ab Mitte März an.

Früher Kopfsalat und Kohlrabi sind heikler, als es aussieht. Kohlrabi sollte bei der Anzucht nie unter 14 bis 16 °C stehen, sonst schießt er später vorzeitig in die Blüte. Gleichzeitig fehlt am Fenster im zeitigen Frühjahr das Licht, genug davon gibt es nur im Gewächshaus oder im Frühbeet. Fehlt beides, kaufen Sie die ersten Jungpflanzen in der Gärtnerei. Das spart Ärger und bringt eine sichere Ernte.

Und Tomaten? Die gehören nicht in den Januar und auch nicht in den frühen Februar. Auf der Fensterbank reicht das Licht dann nicht aus, und die Keimlinge suchen es mit langen, dünnen Stängeln. Gesät wird im März, ausgepflanzt im Mai.

So gehen Sie im Februar vor:

  1. Füllen Sie Anzuchtschalen mit nährstoffarmer, feiner Anzuchterde und drücken Sie sie leicht an.
  2. Streuen Sie das Saatgut gleichmäßig aus und bedecken Sie es nur so dünn, wie es die Samengröße verlangt.
  3. Befeuchten Sie die Erde mit einer feinen Brause, nie mit einem harten Strahl.
  4. Stellen Sie die Schalen an einen warmen Platz und decken Sie sie mit einer Haube oder Folie ab.
  5. Beschriften Sie jede Schale mit Sorte und Aussaatdatum.
  6. Lüften Sie täglich kurz, damit sich kein Schimmel bildet.

Aussaat März: Direktsaat und Vorziehen von Frühjahrsgemüse

Im März wird es lebendig. Jetzt wechseln die ersten Kulturen vom Fensterbrett ins Gewächshaus, und im Beet beginnt die Direktsaat der robusten Arten. Radieschen, Möhren, Spinat und Schalerbsen vertragen kühle Nächte besser als jedes Fruchtgemüse. Schalerbsen kommen Anfang bis Mitte März in die Erde, Mark- und Zuckererbsen erst im April.

Lockern Sie den Boden vor der Saat und harken Sie ein feinkrümeliges Saatbett. Grobe Klumpen halten die Keimlinge auf. Beginnen Sie erst, wenn der Boden abgetrocknet ist und nicht mehr schmiert. Ein Vlies über der Saat bringt in kalten Nächten ein paar Grad Schutz und verfrüht die Ernte um bis zu drei Wochen.

Jede Art braucht eine Mindesttemperatur im Boden, bevor sie aufgeht. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen nennt diese Werte:

GemüseMindesttemperatur für die Keimung
Möhren5 °C
Petersilie6 °C
Porree, Zwiebeln8 bis 10 °C
Bohnen10 bis 12 °C
Gurkenüber 12 °C

Tomaten säen Sie im März im Haus. Für die Anzucht rechnet die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen mit sechs bis zehn Wochen. Bei einer Pflanzung Mitte Mai passt die Aussaat damit in den März, und die Pflanzen werden kräftig, ohne zu vergeilen.

Radieschen gehören flach in die Erde. Für Reihensaaten empfiehlt die Gartenakademie Rheinland-Pfalz Rillen von höchstens 1 bis 2 Zentimetern Tiefe, für die kleinen Radieschensamen reicht etwa ein Zentimeter. Zu tief gesätes Saatgut leidet unter Kälte, Nässe und Luftmangel. Säen Sie außerdem nicht zu dicht.

Ein alter Kniff aus der Praxis verbindet zwei Kulturen. Radieschensamen, unter Möhrensamen gemischt, markieren die Reihe durch schnelles Keimen. Möhren brauchen je nach Witterung bis zu vier Wochen, bis sie aufgehen. Die Radieschen zeigen die Reihe schon nach wenigen Tagen und sind geerntet, bevor die Möhren Platz brauchen.

Aussaat April bis Juni: Wärmekeimer nach den Eisheiligen

Der April gehört den Kohlarten, dem Salat und den Zwiebeln. Auch Rote Bete und Mangold dürfen jetzt in den Boden, sobald er sich erwärmt hat. Frostempfindliches bleibt noch drinnen.

Die Eisheiligen Mitte Mai sind die Grenze. Danach gehen Tomaten, Paprika, Aubergine, Gurken und Zucchini nach draußen. Bohnen und Kürbis können jetzt direkt ins Beet. Wer früher pflanzt, riskiert einen Spätfrost, der in einer einzigen Nacht Wochen an Arbeit zunichtemacht.

Vorher steht das Abhärten an. Jungpflanzen, die vom warmen Fensterbrett kommen, vertragen weder Sonne noch Wind auf Anhieb. Gewöhnen Sie die Pflanzen schrittweise an das Freiland:

  1. Stellen Sie die Jungpflanzen an den ersten Tagen für ein bis zwei Stunden an einen geschützten, halbschattigen Platz.
  2. Verlängern Sie die Zeit im Freien jeden Tag.
  3. Lassen Sie die Pflanzen nach etwa einer Woche auch über Nacht draußen, sofern kein Frost droht.
  4. Pflanzen Sie am besten an einem bedeckten Tag oder am späten Nachmittag aus.
  5. Gießen Sie nach dem Pflanzen gründlich an.

Im Juni säen Sie noch Buschbohnen, Herbstmöhren und Salat. Die Staffelung ist das Prinzip: Nicht alles auf einmal, sondern etwa alle zwei Wochen ein neuer Satz.

Aussaat Juli bis August: Nachkulturen und Herbsternte

Wenn die ersten Beete abgeerntet sind, ist das Jahr nicht zu Ende. Räumen Sie Erbsen, Frühkartoffeln und frühen Salat ab und nutzen Sie die freie Fläche für Nachkulturen. Das spart Platz und hält den Boden bedeckt.

Junge Setzlinge wachsen in schwarzen Anzuchttöpfchen dicht an dicht, im Hintergrund stehen weitere Jungpflanzen.
Tägliches Lüften von Anzuchtschalen verhindert Schimmelbildung.

Gestaffelte Aussaat verlängert die Ernte weit in den Herbst. Möhren lassen sich von März bis in den Juni immer wieder nachsäen. Danach wird die Zeit für viele Arten knapp. Die Hessische Gartenakademie nennt für die zweite Jahreshälfte diese spätesten Aussaattermine:

Gemüsespätester Aussaattermin
MöhrenAnfang Juli
Endivie, ZuckerhutMitte Juli
Kohlrabi für die Ernte im WinterEnde Juli
RettichAnfang August
RadieschenMitte August
Spinat für die HerbsternteMitte August
Asiasalate, RucolaAnfang September
FeldsalatMitte September
Spinat für die Ernte im Winter oder FrühjahrMitte September
WinterkopfsalatMitte September

Endivien, Zuckerhut und Chinakohl setzen Sie ab August besser als Jungpflanzen, für eine Aussaat wird die Zeit dann zu knapp. Für Feldsalat bleibt dagegen bis Mitte September Zeit.

Beachten Sie die Fruchtfolge. Auf Kohl folgt nicht wieder Kohl, auf Möhren nicht wieder Möhren. Wechseln Sie zwischen Starkzehrern, Mittelzehrern und Schwachzehrern, dann bleibt der Boden gesund. Ein Beet, das mit gereiftem Mist gedüngt wurde, trägt zuerst Starkzehrer wie Kohl, in den Jahren danach etwas Genügsameres.

Bei trockenem Sommerwetter braucht die Saat Feuchtigkeit. Gießen Sie die Reihe vor der Aussaat durch und halten Sie sie bis zum Aufgehen gleichmäßig feucht. Feldsalat, Spinat und Salate keimen bei hohen Bodentemperaturen schlecht. Gießen Sie Sommersaaten deshalb mit kaltem Wasser an. Eine dünne Schicht Mulch oder ein Brett über der Reihe verhindert, dass die Krume verkrustet.

Aussaat September: Wintersalate und Spinat

Im September ist Erntezeit, die Saat ist aber noch nicht vorbei. Jetzt kommen die Kulturen in die Erde, die den Winter überstehen und im Frühjahr als Erste wieder Grün liefern.

  • Feldsalat säen Sie bis Mitte September. Früh gesäter Feldsalat bildet ab November erntereife Rosetten.
  • Spinat für die Ernte im Winter oder Frühjahr gehört bis Mitte September ins Beet.
  • Winterportulak (Winterpostelein) können Sie im September säen, die Gartenakademie Rheinland-Pfalz nennt August bis Oktober.
  • Asiasalate und Rucola gehen bis Anfang September noch auf und liefern bald junge Blätter.
  • Winterkopfsalat wie ‘Brune d’hiver’ oder ‘Maiwunder’ säen Sie bis Mitte September.
  • Winterzwiebeln säen Sie im August, spätestens im September.

So bestellen Sie ein abgeerntetes Beet:

  1. Räumen Sie die Reste der Sommerkultur ab und lockern Sie die Krume flach.
  2. Ziehen Sie Rillen, für Spinat mit mindestens 25 Zentimetern Reihenabstand.
  3. Säen Sie Feldsalat und Spinat in Reihen, das erleichtert später das Hacken.
  4. Halten Sie die Saat feucht, bis die Keimblätter erscheinen.

Ab September ist auch die Zeit für Knoblauch. Weißer Knoblauch wird im Herbst gesteckt, violette und rosa Sorten erst im Frühjahr.

Aussaat Oktober: Knoblauch stecken, Jungpflanzen setzen

Im Oktober kommen eher Zehen und Jungpflanzen in die Erde als Samen.

  1. Stecken Sie Knoblauchzehen mit der Spitze nach oben etwa 5 Zentimeter tief, an einem sonnigen Platz mit durchlässigem Boden.
  2. Setzen Sie Feldsalat als Jungpflanze in Erdpressballen. Bis Mitte Oktober gepflanzt, liefert er im Winter oder zeitigen Frühjahr eine Ernte.
  3. Säen Sie Wintererbsen. Sie gehen bis Oktober noch in die Erde und werden im nächsten Mai geerntet.
  4. Säen Sie auf freien Beeten Gründüngung. In wintermilden Gegenden gehen schnellwachsende und winterharte Arten Anfang Oktober noch auf.

Herbstsalate wie Zuckerhut, Radicchio, Chinakohl und Pak Choi vertragen leichte Fröste von minus 2 bis minus 3 °C. Bei tieferen Temperaturen schützt ein Vlies, bei Bedarf doppelt gelegt. Wer Schnittlauch im Winter am Küchenfenster treiben möchte, topft jetzt einen Ballen aus dem Garten ein und gräbt ihn mit dem Topf wieder ein. Drei Wochen Frost danach machen den Austrieb leichter.

Aussaat November: Winterroggen, Topinambur und Frostgare

Im November ist die Saatzeit fast vorbei. Winterroggen als Gründüngung lässt sich noch bis in den November säen. Topinambur können Sie jetzt oder im März und April stecken.

Schwere Böden graben Sie jetzt grob um, damit der Frost die Schollen zerkleinert. Diese Frostgare erspart im Frühjahr langes Warten auf einen abgetrockneten Boden. Graben Sie aber erst nach Mitte November, wenn der Boden so kalt ist, dass kaum noch Nitrat frei wird. Sandige Böden bleiben besser bewachsen oder werden mit Laub gemulcht. Lauch, Endivien und Zuckerhut schlagen Sie ein, damit sie bis zum Verbrauch frisch bleiben.

Dezember: Chicorée treiben und das neue Jahr planen

Im Dezember wird im Freien nichts mehr gesät. Durch mildere Herbste reicht die Ernte von Nachkulturen in manchen Jahren aber bis nach Weihnachten. Chicorée-Wurzeln können Sie jetzt antreiben. Werten Sie Ihr Gartentagebuch aus: Welche Sorten haben sich bewährt, welche Aussaat lief schlecht? Daraus entsteht die Anbauplanung für das nächste Jahr. Mit den Artischocken ab Mitte Januar und den Paprika im Februar beginnt dann der neue Kreislauf.

Keimtemperatur und Anzuchtbedingungen für Tomaten und Paprika

Paprika ist anspruchsvoll. Damit die Samen zügig keimen, brauchen sie Temperaturen um 25 °C. Kühler keimen sie langsamer, und die Saat kann faulen. Eine Heizmatte oder ein Platz über der Heizung hilft, solange die Erde nicht austrocknet. Gießen Sie mäßig, denn nasse Erde hemmt das Wurzelwachstum.

Die Keimtemperatur ist nur die halbe Miete. Sobald die Keimlinge erscheinen, darf es etwas kühler sein, das Licht muss aber stimmen. Zu warm und zu dunkel führt zum Vergeilen. Die Triebe werden lang, dünn und kippen um. Stellen Sie die Schalen an das hellste Fenster, notfalls unter eine Pflanzenlampe.

KulturKeimtemperaturAnzucht nach dem Keimen
Paprika, Chilium 25 °Cetwas kühler, sehr hell
Tomate23 bis 25 °C, Keimdauer 10 bis 14 Tage18 bis 20 °C am Tag, 16 °C in der Nacht
Aubergine22 bis 25 °C18 °C
Kohlrabinicht unter 14 bis 16 °C

So geht es nach dem Aufgehen weiter:

  1. Warten Sie, bis sich zwischen den Keimblättern die ersten echten Blätter zeigen.
  2. Pikieren Sie die Pflanzen vorsichtig: Heben Sie sie mit einem Stäbchen aus der Erde und fassen Sie sie nur an den Blättern, nie am Stängel.
  3. Setzen Sie jede Pflanze einzeln in einen Topf mit lockerer Erde.
  4. Bei Tomaten dürfen Sie tiefer setzen, denn am Stängel bilden sich zusätzliche Wurzeln.
  5. Gießen Sie mäßig und düngen Sie erst nach einigen Wochen schwach.

Das Pikieren gibt jeder Pflanze Raum für Wurzeln und verhindert, dass die Keimlinge einander das Licht nehmen. Es ist Handarbeit, aber sie lohnt sich.

Saattiefe und Pflanzabstand richtig bemessen

Als Faustregel gilt: Bedecken Sie das Saatkorn höchstens dreimal so dick mit Erde, wie es selbst stark ist. Feine Samen wie Möhren oder Salat werden nur angedrückt oder hauchdünn bedeckt. Größere wie Bohnen gehören tiefer, Erbsen sogar besonders tief. Drücken Sie die Saatrille nach dem Schließen mit dem Rechenrücken an, damit die Samen Bodenschluss bekommen.

Zu dichte Saat rächt sich. Bei Möhren konkurrieren eng stehende Pflanzen um Wasser und Nährstoffe. Vereinzeln Sie zu dicht stehende Jungpflanzen früh, und zwar konsequent. Das tut weh, ist aber nötig.

Gemüse lässt sich in Mischkultur sinnvoll kombinieren. Reihen mit Möhren neben Zwiebeln, Salat neben Kohlrabi: Verschiedene Wuchsformen und Wurzeltiefen nutzen den Platz besser. Für die Abstände nennt die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau diese Richtwerte:

GemüseReihenabstandAbstand in der Reihe
Radieschen15 cm4 cm
Möhren25 cmin der Reihe gesät, vereinzeln
Feldsalat10 cmin der Reihe gesät
Kopfsalat25 cm25 cm
Kohlrabi25 cm20 cm
Buschbohnen40 cm6 cm
Tomaten80 cm50 cm
Zucchini80 cm80 cm

Gemüsesätze lassen sich übersichtlich führen, wenn Sie die Staffeln mit Nummern kennzeichnen. Markieren Sie jede Aussaat mit einem Schild, das Sorte, Datum und Staffelnummer trägt. Im Herbst wissen Sie dann genau, welche Aussaat gut gelaufen ist und welche nicht.

Mondkalender nach Maria Thun als Ergänzung

Viele Gärtner legen zusätzlich den Mondkalender nach Maria Thun neben den Aussaatkalender. Er ordnet Gemüse nach Symbolen: Die Karotte steht für Wurzelpflanzen, die Sonnenblume für Blühpflanzen, das Blatt für Blattpflanzen und die Tomate für Fruchtpflanzen. Grün schraffierte Tage gelten als besonders günstig für Aussaat und Pflanzung, weiße Tage als weniger günstig.

Dazu kommen Uhrzeiten, die angeben, zu welcher Tageszeit eine Pflanzenart besser geeignet ist. So kann es heißen, dass ab 8 Uhr Blattpflanzen statt Blühpflanzen an der Reihe sind.

Sehen Sie den Mondkalender als Erfahrungswert aus der Tradition. Er ersetzt nicht den Blick auf Boden und Wetter. Eine Aussaat in kaltem, nassem Boden misslingt auch an einem grünen Tag. Wer ihn nutzt, nutzt ihn innerhalb der Grenzen, die Temperatur und Licht setzen.

Ihre Checkliste für das Gartenjahr 2027

Was bleibt hängen? Der Aussaatkalender ist ein Rahmen, den Sie mit Beobachtung füllen. Gehen Sie in dieser Reihenfolge vor:

  1. Bestellen Sie das Saatgut im Winter und prüfen Sie, was vom Vorjahr noch keimfähig ist.
  2. Säen Sie Paprika und Chili im Februar.
  3. Kaufen Sie frühe Kohlrabi- und Salatpflanzen, wenn Ihnen Frühbeet oder Gewächshaus fehlen.
  4. Säen Sie Tomaten im März und Auberginen ab Mitte März.
  5. Beginnen Sie mit der Direktsaat, sobald der Boden abgetrocknet ist.
  6. Härten Sie die Jungpflanzen ab und setzen Sie sie nach den Eisheiligen aus.
  7. Säen Sie im Sommer für den Herbst nach, Feldsalat und Winterspinat bis Mitte September.
  8. Stecken Sie im September oder Oktober den Knoblauch.

Führen Sie über das Jahr Buch. Notieren Sie Aussaattag, Aufgehen und Ernte. Nach zwei, drei Jahren haben Sie einen Kalender, der genau zu Ihrem Garten passt, und der ist mehr wert als jede Vorlage. Die Termine für Ihre Region zeigt Ihnen der Aussaatkalender nach Bundesland, zum Nachschlagen am Bildschirm oder ausgedruckt an der Schuppentür.

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Quellen & Referenzen

Diese Quellen belegen einzelne Aussagen des Artikels. Sie ersetzen keine fachliche Beratung.

  1. Behörde Gemüse im Gartenjahr
  2. Behörde Sä- und Pflanztermine auf einen Blick (LWG, PDF)
  3. Behörde Aussaat - bzw. Pflanzzeiten von Gemüse
  4. Behörde Sich im Sommer die Ernte für Herbst und Winter sichern – Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen
  5. Behörde Gartentipp Nachnutzung der Beete (LWG)
  6. Behörde Paprika-Aussaat im Februar (LWG)
  7. Behörde Jungpflanzen – selbst anziehen oder kaufen? (LWG)
  8. Behörde Gartencast: Vorbereitungen für den Gemüsegarten (LWG)
  9. Behörde Aubergine – Kulturanleitung (LWG, PDF)
  10. Behörde Gemüse im Klimawandel (LWG)
  11. Behörde Knoblauch – Kulturanleitung (LWG, PDF)
  12. Behörde Rund um die Tomate (Landwirtschaftskammer NRW, PDF)
  13. Behörde Tipps für die Frühjahrsaussaat : Landwirtschaftskammer Niedersachsen
  14. Behörde Gemüse/Saat und Pflanzung – Gartenakademie RLP
  15. Behörde Gemüse-Aussaat – Sächsische Gartenakademie
  16. Behörde Mondkalender – Hortipendium