Gartenkalender September: Was jetzt zu tun ist
Der September riecht anders als der August. Morgens liegt Tau auf den Blättern, die Nächte kühlen auf 10 bis 12 Grad ab, und das Licht hat eine andere Farbe. Ich kenne diesen Wechsel seit Jahrzehnten, und er kommt immer pünktlich, auch wenn der Sommer es einem lange nicht glauben lassen will.
Wer jetzt nicht sät, hat bis zum Frühjahr nichts Frisches aus dem eigenen Garten. Das muss nicht sein. Der September ist für einen erfahrenen Gärtner kein Abschiedsmonat, sondern ein Neubeginn.
Herbstaussaat
Bis Mitte September lässt sich noch einiges direkt ins Freiland säen. Der Boden ist warm genug, die Keimung geht schnell. Das ist der Vorteil: Was jetzt aufgeht, hat noch Wochen zum Wachsen, bevor der Frost kommt.
Feldsalat ist die verlässlichste Herbstkultur, die ich kenne. Säen Sie ihn ab Anfang September in Reihen, 1 Zentimeter tief, 10 Zentimeter Abstand zwischen den Reihen. Der Feldsalat keimt bei Bodentemperaturen von 8 bis 15 Grad zuverlässig. Er übersteht auch strenge Winter und liefert Blätter bis tief in den November, manche Jahre sogar bis Dezember.
Spinat gehört ebenfalls in den Septemberboden. Bis spätestens 20. September säen, sonst kommt er nicht mehr stark genug durch den Winter. Reihenabstand 20 Zentimeter, Saattiefe 2 Zentimeter. Winterspinat ist robuster als Sommersspinat, wählen Sie entsprechend aus.
Radieschen sind schnell. Aussaat Anfang September, Ernte nach vier Wochen. Damit haben Sie noch bis Mitte Oktober frische Radieschen. Später als Mitte September würde ich es bei uns in Oberschwaben nicht mehr versuchen, der Frost holt sie sonst ein.
Wer ein Frühbeet oder Kaltgewächshaus hat, kann den Horizont weiter stecken. Unter Glas lässt sich noch Kopfsalat und Asiasalat anziehen, der bis weit in den November erntebereit ist.
Letzte Ernte bei Tomaten und Paprika
Tomaten und Paprika müssen vor dem ersten Frost vom Beet. Sobald die Nachttemperaturen regelmäßig unter 10 Grad fallen, stockt das Wachstum. Grüne Tomaten reifen am Strauch nicht mehr nach.
Ernten Sie alle Tomaten, sobald der erste Frost angekündigt wird. Grüne Früchte reifen auf der Fensterbank nach, wenn Sie sie einzeln auf Zeitungspapier legen, nicht auf einem Haufen. Prüfen Sie alle zwei Tage. Eine einzige faulende Tomate kann die Nachbarn mitreißen.
Paprika reagiert noch empfindlicher auf Kälte. Schon bei 8 Grad verliert die Pflanze die Fähigkeit, Früchte weiter zu entwickeln. Ernten Sie alles, auch unreife, grüne Früchte. Die Paprika lässt sich im Kühlschrank mehrere Wochen lagern.
Wer Paprikapflanzen als mehrjährige Kübelpflanzen weiterkultivieren möchte, stellt sie jetzt in einen frostfreien Raum. Im Keller bei 10 bis 12 Grad überstehen sie den Winter, wenn auch karg. Im Februar holen Sie sie wieder ans Licht.
Gründüngung säen
Abgeerntete Beete stehen oft wochenlang leer. Das ist eine verschenkte Gelegenheit. Gründüngung kostet wenig, bringt aber viel.
Phacelia, auch Bienenfreund genannt, keimt noch im September und bildet innerhalb von vier Wochen eine dichte Pflanzendecke. Sie schützt den Boden vor Erosion, bindet Stickstoff in der Krume, und die Bienen danken es Ihnen. Im November fließt die abgestorbene Pflanzenmasse als organische Substanz in den Boden ein.
Senf wächst noch schneller als Phacelia, ist aber keine Pflanze für Kreuzblütler-Beete, da er selbst zur selben Familie gehört. Auf Beeten, die nicht mit Kohl bepflanzt waren, ist Senf eine gute Wahl.
Winterroggen ist die härteste Gründüngungspflanze. Er übersteht jeden Winter und lockert mit seinen tiefen Wurzeln verdichtete Böden. Im Frühjahr untergräbt man ihn vier Wochen vor der nächsten Aussaat.
Säen Sie Gründüngung breitwürfig, nicht in Reihen, und harken Sie leicht ein. Pro Quadratmeter brauchen Sie etwa 3 bis 5 Gramm Saatgut, je nach Art.
Erdbeeren pflanzen
September ist der beste Monat für Erdbeerpflanzungen. Das sage ich seit 40 Jahren, und es hat sich nichts geändert. Wer im September pflanzt, bekommt im nächsten Sommer die erste volle Ernte. Wer im Frühjahr pflanzt, wartet ein Jahr länger.
Die Jungpflanzen sollten Ausläufer sein, die Sie von alten Pflanzen im August getrennt haben, oder zugekaufte Topfware. Setzen Sie die Erdbeere so, dass das Herz, also der Punkt, aus dem die Blätter wachsen, auf Bodenniveau liegt. Zu tief gepflanzte Pflanzen verrotten. Zu flach gesetzte vertrocknen.
Abstand: 30 Zentimeter in der Reihe, 40 bis 50 Zentimeter zwischen den Reihen. Wässern Sie nach dem Pflanzen gründlich an, auch wenn es regnet. Die Wurzeln müssen Kontakt zum Boden finden.
Erdbeeren brauchen nach dem Pflanzen keine Düngung. Zu viel Stickstoff im Herbst macht die Pflanzen weich und frostanfällig.
Kompost anlegen und pflegen
Wer im September noch keinen Kompost hat, legt jetzt einen an. Das Laub kommt in den nächsten Wochen in Mengen, das Beetmaterial von der Herbstbereinigung ebenfalls.
Ein guter Komposthaufen braucht Schichten. Trockenes Material, Laub, Stroh, abgeschnittene Stängel, abwechselnd mit feuchtem Material: Gemüseabfälle, frische Rasenschnitte, Küchenabfälle ohne Fleisch. Das Verhältnis sollte ungefähr zu gleichen Teilen trocken und feucht sein.
Zu nasser Kompost fault und riecht. Zu trockener rotte nicht. Rühren Sie den Haufen gelegentlich mit einer Mistgabel um, das bringt Sauerstoff in die Masse und beschleunigt den Prozess.
Bestehenden Kompost, der seit dem Frühjahr reift, können Sie jetzt umsetzen. Was fertig ist, kommt auf die Beete. Was noch stückig und unfertig ist, bleibt auf dem Haufen.
Tomaten- und Kartoffelkraut, das krank war, gehört nicht in den Kompost. Auch Wurzelunkräuter wie Quecke oder Ackerwinde lasse ich weg. Der Haufen wird nicht heiß genug, um Samen und Ausläufer sicher abzutöten.
September-Checkliste
- Feldsalat säen bis spätestens Mitte September
- Winterspinat aussäen (bis 20. September)
- Radieschen für die letzte Herbsternte säen
- Tomaten und Paprika vollständig abernten vor dem ersten Frost
- Gründüngung auf leere Beete: Phacelia, Senf oder Winterroggen
- Erdbeerjungpflanzen setzen
- Kompost umsetzen, neue Schichten aufbauen
- Bewässerung zurückfahren, abends nicht mehr gießen
- Erste abgestorbene Pflanzenmassen auf den Kompost
Der Garten braucht im September keine Hektik
Wer ruhig arbeitet und die Abläufe kennt, schafft im September alles. Ich beginne morgens, wenn der Tau noch auf den Blättern liegt, mit den leichten Arbeiten. Die körperlichen Aufgaben, Kompost umsetzen, Beete abräumen, lasse ich auf den Vormittag, wenn der Boden abgetrocknet ist.
Noch etwas: Schauen Sie jetzt genau hin. Was hat funktioniert? Wo war die Ernte mager? Notieren Sie es. Ein guter Gärtner führt Buch. Nicht jedes Jahr, aber nach einer langen Saison lohnt es sich, die wichtigsten Beobachtungen festzuhalten. Der nächste März kommt schneller, als man denkt.
