Winterlich ruhender Garten mit Frost und Schnee im Dezember

Gartenkalender Dezember – Ruhezeit und Planung

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Gartenkalender Dezember: Was jetzt zu tun ist

Am 1. Dezember liegt bei uns in Oberschwaben manchmal schon Schnee. Manchmal auch nicht. Der Dezember ist unberechenbar, aber das Wesentliche steht fest: Der Garten ruht. Die großen Wachstumsprozesse sind eingestellt. Der Boden ist kalt.

Aber kalt und tot ist nicht dasselbe. Unter der Erde, in den Komposthaufen, im ruhenden Myzelgeflecht lebt es weiter. Der Dezember ist keine verlorene Zeit, er ist eine stille Zeit. Und stille Zeit ist Planungszeit.

Winterernte

Wer im Herbst klug geplant hat, erntet auch im Dezember noch frisches Gemüse. Das ist keine Selbstverständlichkeit, aber es ist möglich.

Grünkohl übersteht auch Temperaturen bis minus 15 Grad, wenn er langsam abgehärtet wurde. Ernten Sie, wenn der Boden nicht gefroren ist, und die Pflanzen sich auftauen konnten. Gefrorene Blätter zu brechen beschädigt das Gewebe und begünstigt Fäulnis. Warten Sie, bis die Sonne die Blätter aufgetaut hat.

Gartenwerkzeug und Winterlagerung im Schuppen
Gut gepflegtes Werkzeug arbeitet viele Jahre verlässlich.

Feldsalat, den Sie im September gesät haben, liefert im Dezember noch Blätter, wenn der Winter nicht zu streng war. Unter einem Schutzvlies oder in einem Kaltgewächshaus überstehen Feldsalat und Asiasalat milde Dezemberwinter gut. Ernten Sie die größten Rosetten und lassen Sie die kleinen nachwachsen.

Porree ist das verlässlichste Dezembergemüse, das ich kenne. Er steht noch aufrecht, wenn alles andere erfroren ist. Stechen Sie ihn mit dem Spaten aus, wenn der Boden aufgetaut ist. Lagern Sie ihn nicht raus, sondern ernten Sie portionsweise, was Sie brauchen. Im Boden hält er sich bis Februar.

Pastinaken und Petersilienwurzel verbessern sich durch jeden weiteren Frost. Im Dezember sind sie süßer als im Oktober. Graben Sie nur, was Sie sofort verbrauchen. Den Rest lassen Sie stehen.

Rosenkohl, soweit die Pflanze noch intakt ist, liefert auch im Dezember. Aber prüfen Sie jeden Röschen: Was braun oder matschig ist, entfernen Sie sofort. Faulige Röschen ziehen gesunde mit runter.

Saatgut bestellen

Der Dezember ist der richtige Monat für die Saatgutbestellung. Nicht der Januar, nicht der Februar. Im Dezember haben die Versandhäuser volle Lager und keine Lieferverzögerungen. Im Januar bestellen alle gleichzeitig.

Gehen Sie systematisch vor. Nehmen Sie Ihren Anbauplan vom letzten Jahr. Was wollen Sie nächstes Jahr wieder anbauen? Was hat enttäuscht und wird gestrichen? Was kommt neu dazu?

Kaufen Sie nicht mehr Saatgut, als Sie in der nächsten Saison brauchen. Saatgut hat eine Haltbarkeit, die je nach Gemüse unterschiedlich ist: Zwiebelsamen und Pastinakensamen verlieren nach einem Jahr deutlich an Keimfähigkeit. Tomatensamen, Paprikasamen und Kürbissamen halten hingegen fünf und mehr Jahre, wenn sie trocken und kühl lagern.

Kontrollieren Sie Ihren vorhandenen Saatgutvorrat. Verdächtige Tütchen mit altem Zwiebelsaatgut nicht aufheben, die keimen sowieso nicht mehr verlässlich. Frisch kaufen.

Bezugsquellen, denen ich vertraue: Samenfeste Sorten von spezialisierten Händlern. Hybridsortiensorten liefern zwar oft höhere Erträge, lassen sich aber nicht vermehren. Wer sein eigenes Saatgut ziehen will, kommt an samenfesten Sorten nicht vorbei.

Anbauplan erstellen

Der Anbauplan ist die wichtigste Aufgabe im Dezember. Wer ohne Plan in den Frühling startet, säet, wo kein Platz ist, und lässt Platz, wo er gebraucht würde.

Zeichnen Sie Ihre Beete auf Papier. Nicht am Computer, nicht in einer App: auf Papier. Ich mache das seit 40 Jahren mit Bleistift. Es zwingt einen, wirklich nachzudenken.

Tragen Sie für jedes Beet ein, was dort letztes Jahr gewachsen ist. Dann planen Sie die Fruchtfolge für das nächste Jahr:

Kohlgewächse dürfen frühestens nach drei Jahren wieder auf dieselbe Fläche. Kartoffeln und Tomaten teilen sich viele Krankheiten (beide Nachtschattengewächse), also nie als Vorfrucht füreinander. Leguminosen, also Erbsen und Bohnen, hinterlassen Stickstoff im Boden: ideal vor Kohlgewächsen.

Notieren Sie auch, welche Beete letztes Jahr gut gedüngt wurden und welche nicht. Stark hungernde Kulturen wie Kohl, Kürbis und Tomaten brauchen einen gedüngten Boden. Leichte Kulturen wie Radieschen und Salat kommen mit wenig aus.

Gartengeräte warten

Was im November nicht fertig wurde, erledigen Sie jetzt. Es gibt keine Ausrede mehr: der Garten ruht.

Scheren, Rebmesser und Pflanzstecker reinigen, schärfen, ölen. Schläuche auf Risse prüfen. Beschädigte Schläuche reparieren oder ersetzen, bevor die neue Saison beginnt. Im März hat man keine Zeit, beim Baumarkt Schlauchschellen zu kaufen.

Anzuchtkästen, Töpfe und Aussaatschalen mit heißem Wasser und einem Schuss Essig reinigen. In alten Töpfen überwintern Pilzsporen und Schädlingseier. Wer sauber anzieht, hat weniger Probleme.

Holzkonstruktionen im Garten prüfen: Hochbeetrahmen, Rankgitter, Beetbegrenzungen. Was morsch ist, reparieren oder ersetzen. Im Winter kann man in Ruhe daran arbeiten, im Frühjahr fehlt die Zeit.

Winterschutz kontrollieren

Machen Sie einen Kontrollgang, wenn es trocken ist. Sind alle Mulchschichten noch an Ort und Stelle? Schwerer Herbstregen und Wind können Laub und Stroh verschieben.

Kontrollieren Sie besonders die empfindlichen Pflanzen: Artischocken, junge Beerenobststräucher, Rosmarin in der Rabatte. Hat der Schutz gehalten? Wo Lücken sind, füllen Sie nach.

Eingelagerte Dahlienknollen, Begonienknollen und Gladiolenknollen auf Fäulnis prüfen. Eine faule Knolle kann die Nachbarn anstecken. Entfernen Sie schadhafte Teile sofort.

Im Keller gelagerte Kartoffeln und Rüben ebenfalls kontrollieren. Eine faule Knolle im Lager ist kein Einzelfall, sie ist ein Frühwarnsignal. Prüfen Sie ringsum und entfernen Sie alles, was weich oder fleckig ist.

Dezember-Checkliste

  • Grünkohl und Rosenkohl portionsweise ernten
  • Feldsalat und Asiasalat unter Vlies ernten
  • Porree im Boden lassen, portionsweise stechen
  • Pastinaken und Petersilienwurzel im Boden belassen
  • Saatgutvorrat sichten, abgelaufenes entsorgen
  • Saatgut für nächste Saison bestellen (Dezember, nicht Januar)
  • Anbauplan mit Fruchtfolge auf Papier zeichnen
  • Gartengeräte fertig reinigen und einlagern
  • Anzuchttöpfe und Aussaatschalen reinigen
  • Winterschutz kontrollieren und bei Bedarf nachbessern
  • Lagergemüse (Kartoffeln, Rüben, Dahlie) auf Fäulnis kontrollieren

Warum der Dezember kein Monat zum Ausruhen ist

Ich höre manchmal: “Im Dezember mache ich nichts im Garten, das ist die Ruhezeit.” Das stimmt für den Boden. Nicht für den Gärtner.

Wer im Dezember plant, sät im März mit Kopf. Wer im Dezember bestellt, hat im Januar sein Saatgut. Wer im Dezember die Geräte schärft, schneidet im Februar mit einem guten Messer.

Der Garten ruht. Sie brauchen es nicht.