Junge Gemüsepflänzchen mit Wassertropfen auf den Blättern wachsen in einer Anzuchtschale mit Erde.
Gartenkalender 7 Min. Lesezeit 4 Quellen

Februar Aussaat: Was jetzt ins Saatbett gehört

Februar Aussaat im Überblick: Wann Paprika, Chili, Tomaten und Erbsen ins Saatbett kommen, bei welcher Keimtemperatur sie aufgehen und wie Sie pikieren.

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Draußen liegt oft noch Frost auf der Krume, drinnen beginnt das Gartenjahr. Die Februar Aussaat entscheidet darüber, wie früh und wie kräftig Chili, Paprika und Tomaten später tragen. Wer jetzt sauber arbeitet, hat im Mai Jungpflanzen, die nicht kümmern.

Der Februar ist ein Monat der Fensterbank, des Gewächshauses und weniger Ausnahmen im Freiland. Was wann hineinkommt, wie warm es sein muss und wann Sie pikieren, steht hier der Reihe nach.

Aussaatzeitpunkte im Februar nach Gemüseart

Nicht alles gehört auf einmal in die Schale. Chilis brauchen den längsten Vorlauf, Paprika folgen, Tomaten kommen zuletzt. Die Gartenakademie der LWG Bayern nennt für Chilis Anfang Februar, für Paprika Mitte Februar bis Mitte März.

Bei Tomaten hängt der Termin vom Licht ab. Mit Pflanzenlampe können Sie Ende Februar säen, ohne Lampe erst ab Mitte März. Eine zu frühe Aussaat am dunklen Fenster liefert lange, blasse Triebe, keine Pflanzen.

GemüseAussaatOrtBesonderheit
ChiliAnfang FebruarFensterbank, AnzuchtkastenLange Entwicklungszeit, früh beginnen
PaprikaMitte Februar bis Mitte MärzFensterbank, AnzuchtkastenBraucht hohe Keimwärme
TomateEnde Februar mit Lampe, sonst ab Mitte MärzFensterbank, GewächshausOhne Licht nicht zu früh
SalatFebruarSchale, geschütztLichtkeimer, kaum bedecken
ZuckererbseFebruarDirekt ins BeetVerträgt Frost
Karotte (Gonsenheimer)FebruarBeetKommt mit Kühle zurecht

Aussaaterde und Saattiefe: So bauen Sie das Saatbett

Für die Anzucht gehört nährstoffarme, feine Aussaaterde in die Schale. Normale Blumenerde ist zu reich und zu grob, die Keimlinge bilden dann schwache Wurzeln. Füllen Sie die Erde locker ein, drücken Sie sie leicht an und feuchten Sie sie vor der Saat gut an.

Paprika und Chili säen Sie 0,5 bis 1 Zentimeter tief, so empfiehlt es Bingenheimer Saatgut. Tiefer nicht. Das Korn muss die Erde noch durchstoßen können, auch wenn die Kraft des Keimlings begrenzt ist.

Eine Ausnahme bilden die Lichtkeimer. Salat darf nicht oder nur sehr dünn mit Erde bedeckt werden. Drücken Sie die Samen auf die Oberfläche an und halten Sie die Schale gleichmäßig feucht.

  1. Füllen Sie die Schale mit feuchter Aussaaterde und streichen Sie die Oberfläche glatt.
  2. Legen Sie die Samen mit Abstand aus, damit sich die Keimlinge später nicht verflechten.
  3. Bedecken Sie Chili- und Paprikasamen 0,5 bis 1 Zentimeter hoch mit Erde, Salat gar nicht oder kaum.
  4. Beschriften Sie die Schale mit Sorte und Datum.
  5. Decken Sie die Schale mit Haube oder Folie ab, damit die Feuchtigkeit bleibt.
  6. Lüften Sie täglich kurz, sonst bildet sich Schimmel auf der Erde.

Keimtemperatur und Keimdauer

Paprika und Chili sind Wärmekeimer. Sie benötigen 24 bis 28 Grad und gehen in 10 bis 21 Tagen auf. Das ist ein weiter Rahmen, und er hängt vor allem an der Wärme. Liegt die Temperatur darunter, zieht sich die Keimung hin, und die Samen faulen eher in der feuchten Erde.

Eine Fensterbank über der Heizung reicht oft nicht, nachts kühlt sie aus. Ein beheizbarer Anzuchtkasten oder eine Wärmematte hält die Wärme gleichmäßig. Prüfen Sie die Temperatur an der Erde, nicht an der Raumluft.

Geduld gehört dazu. Wer nach einer Woche die Erde aufwühlt, um nachzusehen, stört die Keimung mehr, als dass er hilft. Chilis brauchen erfahrungsgemäß länger als Paprika, manche Sorten liegen volle drei Wochen.

Pflanzenlampe und Temperaturmanagement

Sobald die Keimlinge durch die Erde stoßen, ändert sich alles: Sie brauchen Licht, und zwar viel. Im Februar reicht das Tageslicht am Fenster selten aus. Die Folge sind lange, dünne Triebe, die sich zum Fenster neigen.

Anzuchtschale mit lockerer, dunkler Aussaaterde, daneben eine Gartenschere, ein Holzstab und ein kleiner Sämling
Aussaaterde muss locker eingefüllt und vor der Saat gründlich angefeuchtet werden.

Hängen Sie die Pflanzenlampe 30 bis 40 Zentimeter über die Keimlinge, so rät es Gartenjournal.net. Wächst die Pflanze, heben Sie die Lampe mit. Ist der Abstand zu groß, streckt sich der Keimling. Ist er zu klein, drohen Verbrennungen an den Blättern.

Nach dem Aufgehen darf die Temperatur sinken. Zu viel Wärme bei zu wenig Licht ist die schlechteste Kombination. Sie schießt die Pflanzen in die Länge. Stellen Sie die Schalen nach dem Auflaufen deshalb etwas kühler und möglichst hell.

Für die Praxis in drei Stufen:

  1. Keimphase: Wärme von 24 bis 28 Grad, Licht ist zunächst zweitrangig.
  2. Auflaufen: Sobald der erste Keimling sichtbar ist, stellen Sie die Schale hell, direkt unter die Lampe.
  3. Wachstumsphase: Etwas kühler stellen, Lampe nachführen, gleichmäßig feucht halten, nicht nass.

Pikieren: Zeitpunkt und Durchführung

Die Keimlinge stehen in der Schale dicht. Irgendwann nehmen sie sich gegenseitig Licht und Platz. Dann ist es Zeit zum Pikieren. Als Zeitpunkt gilt: sobald das erste echte Blattpaar sichtbar ist, spätestens beim zweiten Blatt. Die Keimblätter allein zählen nicht, sie sehen anders aus als die späteren Laubblätter.

Im Februar sind zuerst die früh gesäten Chilis dran, später folgen Paprika, Tomaten und Auberginen. Nehmen Sie sich Zeit und arbeiten Sie am Blatt, nie am Stängel, denn ein gequetschter Stängel erholt sich nicht.

  1. Füllen Sie kleine Töpfe mit frischer, feuchter Aussaaterde.
  2. Lockern Sie die Keimlinge mit einem Pikierstab oder einem Löffelstiel aus der Schale.
  3. Fassen Sie jeden Keimling am Blatt, nicht am Stängel.
  4. Bohren Sie ein Pflanzloch, das die Wurzel ohne Knicken aufnimmt.
  5. Setzen Sie die Pflanze bis zu den Keimblättern in die Erde, also tiefer als vorher.
  6. Drücken Sie die Erde leicht an und gießen Sie vorsichtig an.

Das tiefere Einsetzen hat einen Grund: Aus dem Stängelstück unter der Erde bilden sich zusätzliche Wurzeln. Die Pflanze steht fester und versorgt sich besser. Stellen Sie die pikierten Pflanzen danach zwei, drei Tage etwas schattiger, damit sie sich fangen.

Was im Februar ins Freiland darf

Nicht alles bleibt im Haus. Zuckererbsen können im Februar direkt ins Beet, sie vertragen Frost. Die Voraussetzung ist ein Boden, der nicht gefroren ist und sich bearbeiten lässt. Ist die Krume nass und schwer, warten Sie ab.

Auch Karotten sind möglich: Die Sorte Gonsenheimer kommt mit kühlen Temperaturen gut zurecht und eignet sich für die Februaraussaat. Rechnen Sie mit langsamem Aufgehen. Karotten lassen sich Zeit, bei Kälte besonders.

Knoblauch können Sie bis Ende Februar noch stecken, wenn der Boden nicht gefroren ist. Später wird es für kräftige Zwiebeln knapp.

Dazu der Salat: Als Lichtkeimer wird er nur angedrückt, nicht eingegraben. In der Schale auf der hellen Fensterbank gelingt er zuverlässig, bevor er später ins Beet wandert.

Häufige Fehler bei Aussaat und Anzucht

Die meisten Ausfälle haben dieselben Ursachen. Sie sind vermeidbar.

  • Zu früh gesät: Tomaten ohne Lampe vor Mitte März liefern lange, schwache Pflanzen. Warten ist hier die bessere Wahl.
  • Zu kalt gestellt: Unter 24 Grad keimen Paprika und Chili zäh oder gar nicht.
  • Zu tief gesät: Mehr als 1 Zentimeter Erde über dem Korn kostet Kraft, manche Keimlinge schaffen es nicht nach oben.
  • Lichtkeimer vergraben: Salat gehört auf die Erde, nicht hinein.
  • Lampe zu hoch oder zu tief: 30 bis 40 Zentimeter über den Keimlingen sind die Richtgröße.
  • Zu spät pikiert: Wer das zweite Blatt abwartet und weiter zögert, bekommt verfilzte Wurzeln.
  • Zu nass gehalten: Staunässe lässt die Keimlinge am Wurzelhals umfallen.

Auspflanzen: Der Februar ist nicht der Termin

Auch wenn die Pflanzen schon im Februar kräftig wirken: Ins Freie kommen Paprika und Chili erst nach den Eisheiligen, also nach Mitte Mai. Unter 15 Grad Bodentemperatur stockt das Wachstum der Paprika. Eine Pflanze, die einmal ins Stocken gerät, holt das nicht mehr ganz auf.

Die Zwischenzeit nutzen Sie zum Abhärten: Stellen Sie die Pflanzen an milden Tagen stundenweise nach draußen, steigern Sie die Dauer langsam und holen Sie sie bei Frost hinein. So gehen sie im Mai ohne Rückschlag ins Beet.

Kurzfassung für die Februar Aussaat

Chilis zuerst, Paprika Mitte des Monats, Tomaten mit Lampe gegen Ende. Warm halten bis zum Aufgehen, danach hell und etwas kühler. Pikieren, sobald das erste echte Blattpaar da ist, und dabei bis zu den Keimblättern tiefer setzen. Im Freiland gehören Zuckererbsen, Karotten und, bei offenem Boden, noch Knoblauch in den Plan. Der Rest hat Zeit, und das ist im Februar keine Schwäche, sondern Methode.

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Quellen & Referenzen

Diese Quellen belegen einzelne Aussagen des Artikels. Sie ersetzen keine fachliche Beratung.

  1. Behörde Vorbereitungen für den Gemüsegarten
  2. Behörde Frühes Gemüse aus dem eigenen Garten - Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen (2006)
  3. Behörde Aussaatzeit für die ersten Jungpflanzen
  4. Behörde Gartentipp Februar 2023 - Ab und zu mal im Garten vorbei schauen! (2023)