Gartenkalender Mai: Was jetzt zu tun ist
Der Mai ist der wichtigste Monat im Gartenkalender. In meiner Gärtnerei galt eine Regel, die nicht verhandelbar war: Keine Tomaten vor Sophia. Der 15. Mai. Wer früher pflanzte, riskierte die gesamte Ernte. Die Eisheiligen, Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius, Sophia, sind keine Legende. Sie sind meteorologische Realität, vor allem in Oberschwaben, wo die Kaltluft aus den Tälern kommt.
Der Mai fordert Disziplin. Gerade wenn der April schön war und man meint, der Sommer sei schon da.
Abhärten: Der unterschätzte Schritt
Jungpflanzen, die wochenlang auf der warmen Fensterbank standen, vertragen kein direktes Auspflanzen. Sie müssen an Wind, Sonne und kühlere Temperaturen gewöhnt werden. Ohne diesen Schritt bekommen Sie verbrannte Blätter, Welke oder Wuchsstillstand.
Beginnen Sie etwa 10 bis 14 Tage vor dem geplanten Auspflanzen. Stellen Sie die Pflanzen tagsüber an einen geschützten, halbschattigen Außenplatz. Jeden Tag etwas mehr Sonne zumuten. Abends wieder herein, solange Frost möglich ist. Ab dem siebten Tag können kräftige Pflanzen kurze Nächte draußen verbringen, wenn es über 8 Grad bleibt.
Wer diesen Schritt überspringt, sieht das Ergebnis nach dem Auspflanzen. Innerhalb eines Tages hängen die Blätter.
Auspflanzen nach den Eisheiligen
Ab dem 15. Mai, oder sobald keine Nachtfröste mehr vorhergesagt werden, kommen die wärmeliebenden Kulturen nach draußen.
Wärmeliebende Gemüse:
- Tomaten, Tief pflanzen, bis zu den ersten Blättern. Den Haupttrieb sofort an einem Stab befestigen. Abstand mindestens 60 Zentimeter, besser 80.
- Gurken, Brauchen ein Rankgitter und einen windgeschützten Standort. Staunässe vertragen sie nicht.
- Zucchini, Pro Pflanze mindestens 1 Quadratmeter Platz einplanen. Wer zu eng pflanzt, bekommt Mehltau.
- Kürbis, Braucht den meisten Platz von allen. Ideal am Komposthaufen, wo der Boden nährstoffreich ist.
- Paprika, Südlichste Stelle im Garten. Besser vor einer südlichen Hauswand als mitten im Beet.
- Auberginen, Noch wärmeliebender als Paprika. Im Freiland nur an sehr geschützten Lagen, sonst Folientunnel.
- Melonen, Im Freiland nur in günstigen Lagen oder im Gewächshaus.
Direktsaat im Mai:
- Buschbohnen, Ab Mitte Mai. 5 Zentimeter tief, Reihenabstand 40 Zentimeter. Nicht früher, der Boden muss mindestens 12 Grad haben.
- Stangenbohnen, Staffeln Sie die Saat alle zwei Wochen für eine laufende Ernte.
- Mais, In Blöcken säen, nicht in einzelnen Reihen. Mais wird durch Wind bestäubt, einzelne Reihen bringen kaum Kolben.
- Basilikum, Erst nach den Eisheiligen. Kalte Böden machen ihm zu schaffen.
Mulchen, Jetzt lohnt es sich
Nach den Eisheiligen ist der richtige Moment für eine Mulchschicht. Nicht früher. Auf kaltem Boden hält Mulch die Temperatur unten, das verlangsamt das Wachstum.
Eine 5 bis 8 Zentimeter dicke Schicht aus Stroh, Rasenschnitt oder Holzhäckseln hält Feuchtigkeit im Boden, unterdrückt Unkraut, verhindert Bodenverschlämmung bei Starkregen und verbessert auf lange Sicht die Bodenstruktur. Das ist kein Aufwand. Es ist eine der wenigen Maßnahmen, die in jedem Jahr zuverlässig Arbeit spart.
Rasenschnitt immer antrocknen lassen, bevor er aufgetragen wird. Frischer Schnitt fault und zieht Schnecken an.
Erntezeit im Mai
Der Mai bringt die ersten richtigen Ernten der Saison:
- Radieschen, April-Saaten sind jetzt reif. Täglich kontrollieren, sie schießen schnell.
- Kopfsalat und Pflücksalat, April-Pflanzungen liefern jetzt.
- Kohlrabi, April-Pflanzungen sind Ende Mai erntereif.
- Spinat, Vor dem Schossen ernten. Einmal geschossen, wird er bitter.
- Erbsen, Erste Schoten ab Ende Mai möglich.
- Schnittlauch, Petersilie, Dill, Laufend ernten.
Pflege: Was im Mai nicht vergessen werden darf
Tomaten ausgeizen: Sobald die Tomatenpflanzen angewurzelt sind, entfernen Sie regelmäßig die Triebe aus den Blattachseln. Brechen Sie sie mit den Fingern heraus, solange sie noch klein sind. Dann reißen sie sauber ab und der Trieb wird schnell zurückgebildet. Wartet man bis die Geiztriebe groß sind, entstehen offene Wunden.
Bohnen nicht zu früh säen: Der häufigste Fehler im Mai. Buschbohnen brauchen mindestens 12 Grad Bodentemperatur, besser 15. Bei kühlem Boden keimen sie nicht oder faulen einfach weg.
Morgens gießen: Sobald die Temperaturen steigen, gehört der Gartenschlauch in die Morgenstunden. Blätter, die abends noch feucht sind, bekommen leichter Pilzkrankheiten.
Staudensellerie und Knollensellerie pflanzen: Ab Mitte Mai ins Beet. Beide brauchen viel Stickstoff, gut gedüngter Boden ist Voraussetzung.
Häufige Fragen zum Mai-Garten
Was passiert, wenn ich Tomaten vor den Eisheiligen auspflanze? Ein einziger Frost von minus 2 Grad reicht, um Tomatenpflanzen zu zerstören. Selbst wenn sie überleben: Temperaturen unter 10 Grad verursachen Wuchsstillstand und gelbe Blätter. Der Ertrag bleibt dann weit hinter dem zurück, was möglich gewesen wäre. Die Eisheiligen abzuwarten ist keine Vorsicht, es ist das Mindeste.
Wie oft muss ich Zucchini im Mai gießen? Zucchini brauchen nach dem Einpflanzen täglich Wasser, bis sie angewurzelt sind, etwa eine bis zwei Wochen. Danach reichen zwei bis drei Gießgänge pro Woche bei normalem Wetter. Immer direkt an die Wurzel gießen, nie von oben. Nasse Blätter fördern Mehltau.
Kann ich im Mai noch Kartoffeln pflanzen? Ja, noch bis Anfang Juni ist die Pflanzung möglich. Die Ernte wird entsprechend später, Frühkartoffeln aus April-Pflanzung sind dann längst geerntet, während Maikartoffeln erst im August oder September reif werden.
